
Gerade weibliche Meerschweinchen bekommen oft ab einem bestimmten Alter Haarausfall und Zysten (Beulen) an der Bauchunterseite. Wir gehen den Ursachen auf den Grund, beschreiben die Veränderungen, mögliche weitere, einhergehende Probleme und sagen Ihnen, wie Sie Ihrem Meerschweinchen helfen können.
Was ist das für eine Krankheit?
Meerschweinchen mit Haarausfall und Beulen am Bauch beunruhigen einige Meerschweinchenfreunde zu Recht. Diese Anzeichen treten gerade bei weiblichen Meerschweinchen ab einem Alter von drei Jahren auf. Grund für diese Veränderungen kann ein Auswuchs an den Eierstöcken sein. Genaue Ursachen der Krankheit sind bis heute noch nicht bekannt, obwohl sie recht häufig vorkommt. Während der Haarausfall des Meerschweinchens sehr offensichtlich auf eine Erkrankung hinweist, erkennen die meisten Halter den Auswuchs am Bauch gar nicht. Dort bilden sich im Bauch Beulen. Der Grund dafür besteht darin, dass ein Hormon nicht ausreichend ausgeschüttet wird, um den Eisprung auszulösen. An den Stellen, wo der Eisprung ausbleibt, entstehen die Beulen, die man nicht immer sehen muss.
Wie sehen die Veränderungen aus?
Meistens beginnt der Haarausfall seitlich am Bauch. Er kann sich aber auf der Körperunterseite bis nach vorne, auf die Beinchen und später sogar auf den ganzen Körper ausweiten. Auffällig ist, dass Sie keinerlei Veränderungen an der Haut erkennen können. Sie wirkt völlig normal und ist nicht gerötet. Diese Krankheit führt nicht zu einem Juckreiz, an den Stellen, an denen das Haar ausfällt.
Schreitet die Beulenbildung im Bauch fort, vermehrt sich der Bauchumfang birnenförmig. Wenn sie größer werden, kann man sie mit den Fingerkuppen ertasten. Wenn es mehrere Beulen sind, ergibt sich beim Fühlen ein "hügeliger" Eindruck.
Welche gesundheitlichen Probleme können sich ergeben?
Die veränderte Hormonproduktion führt dazu, dass die Meerschweinchen sexuell sehr aktiv sein möchten. Zuweilen macht sie die Krankheit auch aggressiv. Aber die Auswirkungen können noch schlimmer sein. Es kann eine Schädigung des Knochenmarks eintreten, die zu Störungen im Blutbild führen. Dadurch werden die Schweine anfälliger für Pilzerkrankungen, Räude oder andere Krankheiten. Die Veränderungen der Hormone kann das Wachstum von Tumoren fördern. Eine Blutuntersuchung in der Praxis kann Aufschluss darüber geben, ob die Hormone das Blutbild verändert haben.
Ein weiteres gesundheitliches Problem tritt durch das Wachstum der Zysten auf. Es raubt anderen Organen Platz. Die Verdauung wird gestört, es kommt zu Durchfall und zu Verstopfung. Das Meerschweinchen fühlt sich schlecht, leidet an Schmerzen und stellt unter Umständen das Fressen ein. Das wäre fatal weil Meerschweinchen essen müssen.
Um welche Krankheiten könnte es sich noch handeln?
Die Diagnose einer Veränderung der Eierstöcke ist nicht immer ganz so einfach, wie sie hier beschrieben ist. Ursachen, die ähnliche Auswirkungen haben können, sind: ein Parasitenbefall, ein Hautpilz oder eine Schilddrüsenüberfunktion.
Maßnahmen gegen diese Krankheit!
Einen dauerhaften Erfolg gegen diese Krankheit erreicht man mit einer Kastration des Meerschweinchens. Dazu ist es aber nötig, dass es sich ansonsten in einem guten Zustand befindet, der eine Narkose zulässt. Ist das nicht der Fall, können Hormonpräparate eingesetzt werden, um das Meerschweinchen in einen operationsfähigen Zustand zu bringen. Erscheint das Meerschwein zu alt für eine Operation, können die Zysten auch punktiert werden.
In den meisten Fällen entscheidet man sich aber für die helfende Operation. Hierzu sei nur noch erwähnt, dass das Meerschweinchen ausreichend Vitamin C und Frischfutter erhält, um das Immunsystem zu stützen. Nach der Operation sollten Sie, in Absprache mit Ihrem Tierarzt, eine gründliche Nachsorge betreiben. Dazu zählen: Gewichtskontrolle, Schmerzmittel und eine Überprüfung der Futtermenge. Damit sollte alles seinen guten Lauf nehmen.
Fazit: Kontrollieren Sie Ihr Meerschwein regelmäßig und suchen Sie schnell einen Tierarzt auf, wenn etwas nicht in Ordnung erscheint. Dann zählen Sie zu den Tierfreunden, für die wir hier schreiben: Den Verantwortungsbewussten. In diesem Sinne verbleibt Familie Barich mit Ihrem Gruß:
Fröhliche vier Tatzen!
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Foto: Yuriy Rozanov / fotolia.com
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