
Es gibt verschiedene Ursachen, warum eine Katze an einem Diabetes erkranken kann. Zur besseren Übersicht, gliedern wir die Gründe in zwei Gruppen:
I. Ursachen die aus einer Pankreaserkrankung stammen
II. Ursachen die NICHT aus einer Pankreaserkrankung stammen
Kommen wir nun zu den weiterführenden Erklärungen:
zu I. Ursachen die aus einer Pankreaserkrankung stammen
1. Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
Bei einer Pankreatitis handelt es sich um eine Entzündung in der Bauchspeicheldrüse. Dabei gelangen Enzyme der Verdauung in die Bauchspeicheldrüse und schädigen sie. Die Gründe, die zu dieser Krankheit führen, sind nicht abschließend geklärt. Bestimmte Katzen sind besonders bedroht. Dazu zählen Siamkatzen, Katzen die eine Nierenerkrankung haben und Katzen mit Diabetes. Bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung werden die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Diese Zerstörung löst einen Diabetes aus.
Es gibt bestimmte Anzeichen, die auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung hinweisen. Eine erkrankte Katze ist schläfrig, hat einen Flüssigkeitsmangel, hat keinen Hunger und verliert an Gewicht. Eine exakte Diagnose dieser Krankheit stellt in der Praxis eine echte Herausforderung dar. Hilfreich bei der Erstellung der Diagnose sind Analysen des Blutes und die Anfertigung von mindestens zwei Röntgenaufnahmen.
Die Aussichten auf eine Heilung sind unterschiedlich und können pauschal nicht beantwortet werden, weil sie von dem Stadium abhängen, in dem sich die Katze befindet, wenn sie dem Tierarzt vorgestellt wird. Leichte Fälle lassen sich sehr gut in den Griff bekommen wohingegen hochgradige Erkrankungen keine guten Aussichten für die Katze bedeuten.
2. Erkrankung der Bauchspeicheldrüse (Exokrine Pankreasinsuiffizienz EPI)
Bei dieser sehr seltenen Form der Erkrankung der Bauchspeicheldrüse der Katze stellt ihr Organismus nicht genügend Verdauungsenzyme her. In der Folge kann die Nahrung nicht mehr richtig abgebaut und weiterverwertet werden. Das führt zu Verdauungsproblemen aus denen sich ein Gewichtsverlust ergibt. Die Krankheit kann auch mit einer Pankreatitis (siehe Punkt I.1) einhergehen. Eine Behandlung ist mit spezieller Nahrung möglich, hängt aber vom gesamten Krankheitsbild der betroffenen Katze ab. Wird Ihre Katze mit dieser Krankheit richtig behandelt, hat sie mit keiner Einschränkung der Lebenserwartung zu rechnen und auch die Lebensqualität ist als sehr angenehm zu bezeichnen.
zu II. Ursachen die NICHT aus einer Pankreaserkrankung herrühren
1. Übergewichtige Katzen (Adipöse Katzen)
Übergewicht ist nicht gut. Das gilt auch für Katzen. Übergewicht kann Diabetes auslösen! Zu dick werden Katzen, wenn sie über die Nahrung mehr Energie erhalten als sie benötigen. Durch die Fettleibigkeit verwaltet der Körper das eigene Insulin falsch. Zunächst produziert die Katze normale Menge Insulin, auf das die Zellen der Erfolgsorgane, bei fettleibigen Katzen nicht reagieren. Dadurch entsteht in den Erfolgsorganen ein Zuckermangel. Der wiederum sorgt dafür, dass die Bauspeicheldrüse mehr Insulin produziert. Aber die Zellen reagieren immer noch nicht auf das Insulin um Zucker aufzunehmen. Und somit steigt der Blutzuckerspiegel trotz erhöhter Insulinproduktion immer weiter an. Das Ergebnis ist Diabetes. Helfen werden Ihrer Katze die richtigen Medikamente und ein ausgewogener Ernährungsplan. Fragen Sie Ihren Tierarzt und stimmen Sie beide Maßnahmen miteinander ab. Stellen Sie durch Ihr Handeln eine gute Lebensqualität Ihrer Katze sicher.
2. Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Bei der Schilddrüsenüberfunktion, einer Krankheit an der vor allem ältere Katzen leiden, handelt es sich um eine hormonelle Erkrankung. Die Katze produziert zu viele Hormone (T4) und dieser unkontrollierte Ablauf führt zu einem deutlich erhöhten Stoffwechsel.
Problematisch ist, dass es der Katze am Beginn der Krankheit recht gut zu gehen scheint. Der angeregte Stoffwechsel lässt sie aktiver werden und ihre Lebensfreude steigt. Sie frisst auch mehr – ein Punkt, der die wenigsten Katzenbesitzer beunruhigt. Doch mit zunehmendem Verlauf kommt es zu folgenden Veränderungen: Gewichtsverlust trotz erhöhter Nahrungsaufnahme, erhöhter Urinabsatz durch vermehrtes Trinken, Erbrechen und Durchfall (wechselnd), erhöhte Herzfrequenz, schnellere Erschöpfung, Atemprobleme und ungepflegtes Fell. Die Veränderungen sind nun so deutlich, dass sie von jedem verantwortungsbewussten Katzenfreund wahrgenommen werden.
Die Erkrankung ist sehr speziell und kann nicht einfach durch eine optische oder abtastende Untersuchung festgestellt werden. Äußerlich bietet manchmal ein verdickter Bereich am Hals einen ersten Rückschluss. Eine genaue Diagnose lässt sich erst über eine Blutuntersuchung und eine Analyse des T4 Wertes (Thyroxin) bestimmen. Eine Schilddrüsenüberfunktion kann Herzerkrankungen und Diabetes auslösen.
Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, hat Ihre Katze sehr gute Überlebenschancen bei einer guten bis sehr guten Lebensqualität.
Allen Katzenliebhaber, die eine “scheinbar” gesunde Katze haben und sich Sorgen machen, ob ihre Katze wirklich gesund ist aber nicht wissen, was sie unternehmen sollen, hier unser Ratschlag: “Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt. Blutuntersuchungen sind auch bei “gesunden” Katzen möglich. Gerade ältere Katzen sollten ohnehin jährlich für eine Altersvorsorgeuntersuchung dem Tierarzt vorgestellt werden.” Erfahren Sie hierzu bald mehr von uns.
3. Vergrößerungen von Körperteilen (Akromegalie)
Diese Krankheit kommt äußerst selten vor. Sie wird verursacht durch eine zu hohe Menge an Wachstumshormonen. Dieses geschieht in einer Hormondrüse (Hypophyse), die sich im Kopf der Katze befindet. Sichtbare Anzeichen dieser Krankheit sind: eine Verdickung der Haut, der Weichteile und der Knochen. Einhergehend mit der Akromegalie können Bluthochdruck (Hypertonie) und eine Insulinresistenz (siehe Kapitel II.1) sein. Nach unserer derzeitigen Kenntnis, erscheint eine Strahlentherapie die aussichtsreichste Behandlung zu sein.
In der Hoffnung, dass Ihre Katze, sollte sie erkrankt sein, schnelle Hilfe bekommt, verbleiben die Barich`s mit:
Hier noch einmal alle Artikel in der Übersicht:
Hauptartikel: Diabetes bei der Katze
Begleitartikel 1: Weitere Ursachen der Diabetes bei Katzen (dieser Artikel)
Begleitartikel 2: Diagnosen und Untersuchungen der Diabetes bei Katzen (erscheint bald)
Begleitartikel 3: Behandlungen der an Diabetes erkrankten Katze (erscheint bald)
Begleitartikel 4: Langfristige Komplikationen bei einer Katzen-Diabetes (erscheint bald)
Foto: djemphoto / fotolia.com
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