
Auch Katzen können eine Art „ADIS“ bekommen. Bei den Katzen heißt diese Krankheit FIV. Es handelt sich hierbei um eine Viruserkrankung die das Immunsystem der Katze beeinträchtigt. Wir zeigen Ihnen wie die Krankheit verläuft und ob Sie etwas unternehmen können.
FIV - was ist das eigentlich?
FIV ist eine Abkürzung und steht für: Felines Immunschwäche Virus. Ist eine Katze infiziert und bricht das Virus aus, vermehrt sich dieses in den weißen Blutkörperchen und in den Lymphknoten. Im weiteren Verlauf verbreiten sich die Viren im ganzen Körper der Katze. Sie zerstören die Immunabwehr der Katze gegenüber anderen Krankheiten. Und diese anderen Krankheiten führen dann sehr oft zum Tod der Katze.
Welche Anzeichen gibt es?
Zunächst stellen Sie meistens überhaupt keine Veränderungen fest. Bis erste Anzeichen auftreten, können über zehn Jahre vergehen. Eine genaue Beschreibung, wie bei anderen Krankheitsverläufen ist leider nicht möglich weil die Auswirkungen von Katze zu Katze unterschiedlich sind. Dennoch gibt es einige Anzeichen die auf FIV hindeuten. Das sind: Appetitlosigkeit, Fieber, Haut- und Fellveränderungen, Durchfall, Verhaltensveränderungen und -störungen, Fieber, Gewichtsverlust, chronische Entzündungen, Veränderungen der Mundschleimhaut, Leber- und Nierenerkrankungen, Lungenentzündungen, Schwellungen der Lymphknoten sowie Lähmungen.
Wie ist eine Diagnose möglich?
Eigentlich wäre das ganz einfach - wenn da nicht das Wörtchen "wenn" wäre. Tierärzte können das Blut der Katze untersuchen um Antikörper gegen das Virus zu finden. Das macht man zum Beispiel mit einem "FIV-Antikörper-Schnelltest". Bereits nach ca. 15 Minuten liegen die ersten Ergebnisse vor. Aber Achtung jetzt kommen drei "wenn`s":
1. Selbst wenn das Ergebnis aussagt, dass die Katze kein FIV hat, muss das nicht heißen, dass sie es nicht doch hat. Wie bitte? Dafür gibt es eine Erklärung. Wie bei uns Menschen auch, braucht das Immunsystem der Katze zwischen acht und zwölf Wochen um Antikörper aufzubauen. Hat sich Ihre Katze zum Beispiel vor vier Wochen infiziert, kann noch nichts festgestellt werden. Deshalb ist ein zweiter Versuch nach zwölf Wochen zu empfehlen.
2. Wenn das erste Testergebnis aussagt, dass Ihre Katze FIV hat, kann es sein, dass sie es doch nicht hat. Führt also das erste Testergebnis zu einem FIV Befund, sollte der Tierarzt mit anderen Analyseverfahren fortfahren, um das Ergebnis einer Infektion zu bestätigen oder um ein Ergebnis zu manifestieren, dass die Katze doch nicht mit FIV infiziert ist.
3. Wenn die Katze "sero-negativ" ist, kann man keine Antikörper finden, weil sie gar keine Antikörper gegen das Virus gebildet hat. Da es sie nicht gibt, aus welchen Gründen auch immer, kann der Test auch keine Antikörper erkennen. Das Testergebnis sagt, die Katze hat kein FIV und in Wirklichkeit hat sie es doch. Jetzt werden Sie sich fragen: Woher weiß man dann, dass die Katze doch infiziert ist? Virologen können das mit speziellen Blutuntersuchungen herausfinden. Aber das ist keine Arbeit, die in einer normalen Tierarztpraxis erbracht werden kann. Und: Dieser Fall dürfte wohl eher die Ausnahme sein, denn die Krankheit selbst kommt ja bei uns viel seltener vor als zum Beispiel in Ländern des asiatischen Raumes, in denen wesentlich weniger Katzen kastriert sind.
Muss die Krankheit überhaupt ausbrechen?
Darüber haben wir keine wissenschaftlich klaren Ergebnisse gefunden. Es ist also durchaus vorstellbar, dass eine infizierte Katze nicht zwingend auch eine Immunschwäche ausbilden muss. Fest steht aber, dass das Immunsystem der Katze das FIV Virus nicht vollständig bekämpfen kann. Sie wird es ein Leben lang in sich tragen.
Wie und wer bekommt überhaupt FIV?
Es kann jede Katze treffen. Weltweit. Aber es gibt Risikogruppen und die erklären sich schnell, wenn man sich die Ansteckungsgründe anschaut. Die meisten FIV-positiven Katzen erkranken über Bissverletzungen. Deshalb sind besonders Freigänger betroffen.
Obwohl das Virus auch im Speichel der Katze vorhanden ist, ist eine Ansteckung ohne Bissverletzung auszuschließen. Der Geschlechtsverkehr scheint genauso selten zur Ansteckung zu führen wie die Infektion der Welpen durch die Mutter.
Können Sie Ihre Katze schützen?
Nein im Prinzip nicht. Sie könnten einen Freigänger in Ihrer Wohnung isolieren aber das ist sicherlich kein guter Vorschlag. Aber eine Kastration des Katers und der Katze bewirkt einen gewissen Schutz. Die Kater werden sich nicht mehr so stark in die Revierkämpfe einbringen und die Katzen kommen nicht in die Gefahr beim Geschlechtsakt in den Nacken gebissen und somit angesteckt zu werden. Impfungen die vor der Krankheit schützen könnten gibt es hier in Deutschland nicht.
Gibt es Behandlungsmöglichkeiten?
Nein, leider noch nicht. Wie aber bereits oben erwähnt sterben die meisten Katzen nicht an FIV sondern an anderen Krankheiten, weil das Immunsystem geschwächt ist. Treten andere Krankheiten auf, sollten Sie diese so schnell wie möglich durch einen Tierarzt behandeln lassen.
Man kann versuchen, dass Immunsystem mit Medikamenten zu unterstützen. Vielversprechend ist das aber leider nicht. Des Weiteren besteht die Möglichkeit eine antivirale Chemotherapie durchzuführen, aber auch hierbei sind die Aussichten eher begrenzt. Aber: Obwohl die Aussichten eher begrenzt erscheinen: Würden Sie nicht auch alles versuchen wollen?
Was tun mit einer Katze die mit FIV infiziert ist?
Infizierte Katzen müssen unter Umständen isoliert werden um andere Katzen zu schützen. Das heißt Freigänger dürfen nicht mehr raus. Ob Sie die infizierte Katze von anderen Katzen in Ihrem Haushalt isolieren, ist eine Frage die nur Sie beantworten können. Es gibt Fälle, bei denen ist das über Jahre gut gegangen, weil alle Katzen sehr liebevoll miteinander umgegangen sind und sich nicht gebissen haben. Bei "normalem" Umgang der Katzen untereinander besteht so gut wie keine Infektionsgefahr.
Wie ist die Ansteckungsgefahr für Mensch und Tier?
Endlich mal eine Frage die wir positiv beantworten können. Es gibt keine Ansteckungsgefahr für Menschen und andere Tierarten. Die Wissenschaft geht davon aus, dass das Virus nur für Katzen gefährlich ist.
In diesem Sinne wünscht Familie Barich mal wieder
Fröhliche vier Tatzen
Foto: Friedrich Hartl / fotolia.com
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