
Würmer sind ein Thema über das man nicht gerne spricht und über das man auch lieber nicht schreiben möchte. Aber dennoch müssen wir alle dieses Thema anpacken. Wir klären u.a. welche Katzen Würmer bekommen können, wie Würmer in die Katze kommen, ob und wie Sie Ihre Katze schützen können und wie lange Wurmkuren eigentlich wirken.
Welche Katzen können von Würmern befallen werden?
Alle Katzen können Würmer bekommen. Ob groß, ob klein - ob jung, ob alt. Auch Wohnungskatzen können Würmer bekommen. So können Sie zum Beispiel Larven, über die sich die Katzen infizieren können, mit dem Schuhwerk in die eigenen vier Wände tragen. Eine Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover belegt, dass 20 Prozent aller Stubentiger Spulwürmer haben.
Auf welchem Wege kommen die Würmer in die Katze?
Hier müssen wir zwischen drei verschiedenen Wegen, über die die Würmer in den Körper unserer Katzen kommen können, differenzieren:
Was machen Würmer im Körper einer Katze?
Auch wenn man es meistens nicht bemerkt, können Würmer unseren Katzen ganz schön zusetzen. Würmer entziehen dem Organismus der Katzen wichtige Nährstoffe. Sie können Gewebe zerstören, Verletzungen erzeugen und sogar zu Blutungen führen. Im schlimmsten Fall kann eine Katze an dem Befall mit Würmern sterben.
Kann ich erkennen, ob meine Katze Würmer hat?
Sehr oft bemerken Sie die Würmer überhaupt nicht. Wir stellen in unserer Praxis oft fest, dass viele Katzenhalter glauben, erst wenn die Würmer sichtbar aus der Katze herauskommen, zum Beispiel durch Erbrechen oder über den Kot, dann hat die Katze Würmer. Die Würmer leben im Darm der Katzen und fühlen sich da auch sehr wohl. Sie versuchen verkrampft nicht nach draußen zu gelangen. Das wäre ihr Tod. Wenn nicht mehr genug Platz in der Katze ist, also wenn die Katze richtig voll mit Würmern steckt, können sie sich nicht mehr so gut halten und werden nach draußen gespült.
Es gibt jedoch einige Anzeichen, an denen Sie erkennen können ob Ihre Katze Würmer hat. Man könnte von aktiven und passiven Anzeichen sprechen, auf die Sie achten sollten. Durchfall, Verstopfungen, Husten, Ausfluss aus der Nase sowie Erbrechen können durch Würmer ausgelöst werden. Auch ein Gewichts- und ein Blutverlust kann auf den Befall mit Würmern hindeuten. Manchen Katzen vergeht durch Würmer der Appetit andere bekommen struppiges, mattes Fell.
Ob Ihre Katze von Würmern befallen ist erfahren Sie sicher, wenn Sie den Kot Ihrer Katze in Ihrer Tierarztpraxis untersuchen lassen. Sammeln Sie hierzu Kot über drei aufeinander folgende Tage, da Würmer nicht mit jedem Stuhlgang ausgeschieden werden. In den meisten Praxen dürften Sie dafür spezielle Röhrchen mit einem kleinen Löffel erhalten. Sammeln Sie täglich ein halbes Röhrchen voll.
Kotuntersuchung oder Entwurmen? Was ist besser?
Das kann man pauschal nicht sagen. Aber schauen wir uns die Argumente an. Wenn im Kot keine Würmer gefunden werden, wird Ihre Katze nicht entwurmt. Anders herum wird sie natürlich entwurmt. Aber: Selbst wenn keine Wurmeier im Kot zu finden sind, kann Ihre Katze bereits mit Würmern infiziert sein. Das liegt daran, das Würmer, wie fast alles im Leben, eine Entwicklungszeit benötigen in der sie heranwachsen aber noch nicht ausgeschieden werden können. So ist es deshalb durchaus vorstellbar, dass Ihre Katze kurz nach der "negativen" Untersuchung bereits Wurmeier im Kot hat.
Wie Sie weiter unten im Text erfahren, schaden Wurmkuren Ihrer Katze nicht. Wenn Sie sich für die Kotuntersuchungen entscheiden, dann veranlassen Sie diese aber genauso oft, wie die für Ihre Katze empfohlene Anzahl an Entwurmungen. Kostentechnisch dürfte die Kotuntersuchung etwas teurer sein als die Entwurmung. So ist es zumindest bei uns in der Praxis. Die Entscheidung liegt bei Ihnen.
Schwächt ein Wurmbefall das Immunsystem?
Unterschätzen Sie nicht die gesundheitlichen Auswirkungen die ein Wurmbefall mit sich bringen kann! Ein Wurmbefall kann sogar Veränderungen im Blutbild erzeugen. Das Immunsystem ist ständig damit beschäftigt, sich gegen die Würmer zu wehren. Sollten Kämpfe gegen andere Krankheiten nötig werden, kann es sein, dass das Immunsystem dafür nicht mehr genügend Kraft hat. Also muss man die Frage, ob das Immunsystem durch einen Wurmbefall geschwächt werden kann, mit ja beantworten.
Was sind die häufigsten Würmer bei uns?
Würmer und ihre Folgen sind schon ekelig genug. Anders als in anderen Informationsquellen wollen wir nicht näher auf die einzelnen Würmer eingehen, wir möchten Ihnen nur die zwei wichtigsten Arten nennen. Das sind zum einen die Bandwürmer wie zum Beispiel der Gurkenbandwurm und der Fuchsbandwurm und zum anderen die Rundwürmer wie zum Beispiel der Hakenwurm, der Peitschenwurm und der Spulwurm.
Können Menschen sich von der Katze anstecken?
Ja, leider. Der Fuchsbandwurm zum Beispiel ist von der Katze auf den Menschen übertragbar. Das kann sogar sehr gefährlich werden. Auch wenn es selten vorkommt, unbehandelt kann der Mensch an den Folgen eines Fuchsbandwurmes sterben. Kinder sollten über den Umgang mit Katzen und die drohenden Gefahren informiert werden. Reinlichkeit und das Waschen der Hände nach Berührungen mit der Katze können schützen. Am Besten Sie beachten die unten genannten Entwurmungsregeln.
Kann ich meine Katze vor Würmern schützen?
Nein - leider können Sie Ihre Katze nicht ständig davor schützen. Man muss zu Wurmkuren sagen, dass sie wie "Kopfschmerztabletten" wirken. Sie machen die Würmer weg, schützen aber nicht vor einem erneuten Wurmbefall. Es folgt auch hier ein ABER. Es gibt seit einiger Zeit eine neue wissenschaftliche Einrichtung mit dem Namen: "Europäisches Gremium für Parasiten bei Haustieren", kurz: "ESCCAP". Die Wissenschaftler und Professoren die daran mitwirken, haben es sich zur Aufgabe gemacht, uns, also Sie die Haustierfreunde und uns die Tierärzte, besser über Parasiten und ihre Folgen aufzuklären. Auch wenn Sie Ihre Katze nur bedingt vor Würmer schützen können, so können Sie einen guten Schutz für sich selbst aufbauen. Und das sind die guten Nachrichten. Lesen Sie im nächsten Absatz wie diese aussehen.
Wie lange wirken Wurmkuren eigentlich?
Laut der ESCCAP hält eine Entwurmung 24 Stunden an. 24 Stunden nach der Entwurmung hat Ihre Katze also keine Würmer mehr. Aber bereits ab diesem Zeitpunkt kann Ihre Katze sich wieder mit neuen Würmern anstecken. Es dauert dann aber mehrere Wochen, bis sich aus den Eiern neue Würmer im Darm gebildet haben. Bei Spulwürmern sind es vier Wochen, bei Bandwürmern meistens länger, bei den seltenen Hakenwürmern können es weniger als vier Wochen sein. Das heißt, dass sich erwachsene Würmer und ansteckende Eier erst nach einigen Wochen wieder in Ihrer Katze befinden können. Ziel sollte es also sein, Ihr Tier nicht immer zu 100 Prozent wurmfrei zu bekommen, sondern vielmehr dafür zu sorgen, den Wurmbefall regelmäßig zu stoppen.
Aus dieser Erkenntnis ergibt sich: Wenn Sie also sicher gehen möchten, dass Sie nicht von Ihrer Katze angesteckt werden möchten, müssen Sie sie alle vier Wochen entwurmen.
Welche Wurmkuren gibt es?
Wir verwenden in unserer Praxis verschiedene Medikamente zur Entwurmung von Katzen. Für Stubenkatzen reicht eine Paste aus, da diese nicht von so vielen verschiedenen Wurmarten befallen werden kann wie ein Freigänger. Wir verwenden hier die Mittel Banminth von der Firma Pfizer sowie das Mittel Panacur von der Firma Intervet.
Für Freigänger haben wir zwei andere Medikamente. Zunächst aber möchten wir Ihnen erklären, dass es sich hierbei nicht um eine Paste handelt, sondern entweder um Tabletten oder um ein Spot-On Präparat. Spot-On Präparate sind flüssig und werden im Nacken der Katze aufgetragen. Das ist gerade bei den Katzen sehr praktisch, bei denen die Vergabe einer Tablette schwierig ist. Als Tabletten setzten wir das Medikament Milbemax von der Firma Novartis ein. Das Spot-On Präparat, das wir verwenden, heißt Profender und stammt von der Firma Bayer. Grundsätzlich müssen wir noch zwei Angaben zu diesen Ausführungen machen: Bezogen auf die Wirkung gibt es keinen Unterschied zwischen der Tablette und dem Spot-On Medikament. Es gibt neben allen hier erwähnten Wurmkuren noch weitere Wurmkuren die Sie bei Ihrem Tierarzt erhalten. Das ist auch ein wenig Geschmackssache jedes einzelnen Tierarztes. Hauptsache die Wurmkuren wirken und werden regelmäßig verwendet!
Wie entwurme ich am besten?
Früher lauteten die Empfehlungen immer pauschal: Stubenkatzen sollte man zweimal im Jahr entwurmen und Freigänger jedes Quartal einmal. Heute gibt es dazu neue Erkenntnisse. Die Empfehlungen über die Häufigkeit der Entwurmungen werden bei Freigängern nicht mehr pauschal gegeben. Vielmehr folgen sie den individuellen Lebensweisen und Ernährungsformen jedes einzelnen Freigängers. Dazu hat die ESCCAP im Jahre 2009 eine sehr gute Übersichtstafel erstellt, aus der Sie recht gut erkennen können, wann beziehungsweise wie oft Sie Ihre Katze entwurmen sollten. Wir folgen diesen Empfehlungen. Schauen Sie sich bitte diese beiden Übersichten an, bevor es mit unserem Text weitergeht.


Abschließend eine letzte Frage: Erzeugen Wurmkuren Nebenwirkungen?
Die ESCCAP schreibt dazu: "Wie belastend aber sind diese Wurmkuren für das Tier? Wichtig ist dabei zu wissen, dass die oft als „böse Chemie“ verteufelten Wurmkuren einen großen Vorteil haben: Ihre Wirkstoffe sind so entwickelt worden, dass sie nur auf solche Strukturen wirken, die ausschließlich bei Würmern zu finden sind, nicht jedoch oder nur wenig im Organismus von Tier oder Mensch vorkommen. Selbst regelmäßige Wurmkuren können Hund und Katze also keinen ernsthaften Schaden zufügen. Und sollte es dennoch einmal zu Nebenwirkungen kommen, so handelt es sich um vorübergehende Magen-Darm-Verstimmungen, ähnlich wie sie auftreten, wenn ein Tier ein Futter nicht so gut verträgt oder im Freien etwas Verdorbenes gefressen hat."
Wir ziehen daraus die klare Empfehlung: Entwurmen Sie Ihre Katze regelmäßig! Mit der richtigen, genau auf Ihre Katze zugeschnittenen, Anzahl an Entwurmungen schützen Sie sich, andere Menschen und Tiere und Ihre eigene Katze.
Entwurmen Sie Ihre Katze regelmäßig, denn: "Wirklich gesund können Sie das Leben genießen." In diesem Sinne wünscht Familie Barich:
Fröhliche vier Tatzen
P.S.: Wenn Ihnen dieser Beitrag oder unser ganzer Blog gefallen hat, dann haben wir eine kleine Bitte an Sie. Überlegen Sie doch bitte einmal, ob Sie Bekannten von uns berichten können. Per Mail oder in einem Forum. Das würde uns sehr freuen und auch sehr in unserer Arbeit bestätigen. Wir freuen uns auch über jeden Link zu Pets-Doc-Blog.de - Vielen Dank - Ihre Tierarztpraxis Barich
Foto von der Katze: Carmen Steiner / fotolia.com
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