
Der Barsoi ist durch seine Größe und sein Haarkleid ein sehr imposanter Hund, der gerne auf freien Wiesen rennt und aufgrund seiner Geschwindigkeit ein sehr guter Sichtjäger ist. Er ist ein verschmuster Familienhund, der aber eine sehr konsequente Führung und sensible Erziehung benötigt. Ein Anfängerhund ist er nicht. Da der Jagdtrieb sehr ausgeprägt ist, muss der Besitzer das Wild vor dem Hund sehen.
| Der Barsoi | |
| Hunde-Daten- Übersicht | Herkunft: Russland Zucht seit ca.: 15. Jahrhundert Gewicht: Rüden 40 bis 50 Kilo / Hündinnen 25 bis 30 Kilo Widerristhöhe: Rüden ca. 75 bis 85 cm, Hündinnen ca. 68 bis 78 cm FCI-Standard-Nr. 193 Gruppe: 10 (Windhunde) Sektion: 1 (langhaarige oder befederte Windhunde) Weitere Namen: Psovaja Borzaja, Borzoi |
| Ursprünglicher Einsatz | Ursprünglich wurde der Barsoi zur Jagd auf Wölfe oder Hirsche gezüchtet und von Zaren oder Großfürsten in großen Rudeln gehalten und gezüchtet. |
| Heutiger Einsatz | Hauptsächlich als Familien- und Freizeithund. Bei vielen ist er für den Hundesport beliebt (Rennen und Coursing), wobei der Barsoi durch seine langen Beine einem erhöhten Verletzungsrisiko ausgesetzt ist, da die Bahnen oft sehr eng gezogen und die Hunde meist mit kalten Muskeln an den Start gehen. Zwiespältig ist hier auch die Anreizung des Jagdtriebes durch die Rennen, da diese den angeborenen Jagdtrieb verschärfen. Der Barsoi freut sich über täglich große Runden auf freiem Feld. |
| Geschichte und Einsatzgebiete | Diese Rasse wurde bereits im 15. Jahrhundert zur Jagd von Großwild eingesetzt. Meist waren die Jäger beritten um so dem schnellen und hochbeinigen Windhund folgen zu können. Im 19. Jahrhundert war er der Inbegriff eines Windhundes schlechthin. Die Zucht wurde aufgrund der russischen Revolution im Ursprungsland erschwert, allerdings etablierte sich die Zucht bereits in Europa. In Russland ist der Barsoi nach wie vor immer noch ein beliebter Hetz- und Jagdhund und wird heute noch genauso wie damals zur Großwildjagd eingesetzt. Ausnahmen: Hasenhatz. |
| Heute - Verhalten und Charakter | Im Haus bzw. der Wohnung ist der Barsoi ein ausgesprochen ruhiger Genosse, der trotz seiner stattlichen Größe auch in der kleinsten Hütte nicht auffällt. Er bleibt an seinem Platz und gehört nicht zu den Hunden, die einem ständig auf Schritt und Tritt hinterher laufen. Der Barsoi ist kein Kläffer; er bellt auch nicht, wenn es an der Tür klingelt und er muss auch nicht jeden Besucher an der Tür persönlich begrüßen. Vielmehr hat er eine abwartende Haltung und genießt es, wenn er in Ruhe an seinem Platz liegen bleiben kann. Streicheleinheiten liebt er wie jede andere Hundrasse auch, fordert sie aber nicht penetrant von seinem Besitzer ein. Selbst im Rudel fallen mehrere Hunde im Haus nicht auf, da jeder irgendwo liegt und meist schläft. Fremden Menschen gegenüber tritt der Barsoi mit vornehmer Zurückhaltung und Vorsicht und ohne überschwängliche Freude entgegen. Trotz allem ist er Fremden gegenüber aufgeschlossen und neugierig, ohne aber penetrant das Neue beschnüffeln zu wollen. Vereinzelt gibt es auch Barsoi, denen es egal ist, ob jemand Fremdes da ist. Einzelne Hunde möchten nicht von jedem X-Beliebigem angefasst werden aber das signalisieren sie vorher. Der Barsoi hat ein ausgeprägtes Gespür für sein Gegenüber und merkt sehr schnell, ob dieser ihn mag oder nicht. Da es ihm egal ist, ob er von Fremden gemocht wird oder nicht, zeigt er sein Interesse nur an Menschen, die sich auch für ihn interessieren. Dabei biedert er sich aber nicht an. Er sucht sich seine Leute eben gerne selbst aus. Fremden Hunden gegenüber hat er eine gleichgültige Haltung. Er sucht sich auch hier seine Spielgefährten aus. Da der Barsoi vom Charakter her ein sehr ruhiger und ausgeglichener Hund ist, neigt er eher zu seinesgleichen. Flippige und kläffende Artgenossen sind eher nicht sein Fall. Dem Barsoi wird auch aufgrund dieser Eigenschaften nachgesagt, dass er eine rassistische Ader im Bezug auf andere Hunderassen hat und lieber mit ebenfalls seinem Charakter entsprechenden Windhunden umgeben ist. Dies soll aber nicht heißen, dass er sich z.B. mit einer anderen ruhigen Hunderasse nicht auch gut verstehen kann. Bei der Erziehung ist er ein lernbegieriger und gut zu schulender Hund. Allerdings sollte die Erziehung mit viel Liebe, Geduld und – genauso wichtig – mit Konsequenz erfolgen. Der Barsoi lernt stellenweise schneller als andere Windhundrassen und ist, bei der richtigen Erziehung der ideale Begleit- und vor allem Familienhund. Kindern gegenüber hat er ein freundschaftliches, fast geschwisterliches Verhältnis. Er bewahrt selbst dann die Ruhe wenn Kinder mal laut schreiend durch die Gegend rennen. Allerdings sollte man beachten, dass man nicht jeden Barsoi mit einem Kleinkind alleine lässt, da er bei ihm zugefügten Schmerzen (wenn das 2-Jährige z. B. mit einem Legostein nach ihm haut oder er aus seinem Schlaf gerissen wird) durchaus verwarnt und auch rumschnappt – aber nicht böswillig beißt. Er ist ein willensstarker, aber gerechter Begleiter. Auch im Alltag beweißt der Barsoi hier eine ausgeprägte Sensibilität und merkt, wenn z.B. die Leine vom Erwachsenen zum Kind weitergereicht wird, dass er mit dem Kind am Ende der Leine vorsichtiger umgehen muss und beispielsweise nicht mehr so an der Leine ziehen darf. Der angeborene Schutztrieb darf, wie bereits oben erwähnt, nicht zusätzlich angereizt werden, da der Barsoi sonst zu einer unlenkbaren Waffe für seinen Besitzer wird und nicht mehr – wie vielleicht andere Rassen – kontrolliert werden kann. Speziell wenn es anfängt zu dämmern oder in der Dunkelheit zeigt er eine gesteigerte Wachsamkeit. Auch in für seinen Besitzer bedrohlich werdenden Situationen sind alle seine Sinne doppelt geschärft, jederzeit bereit sein Herrchen notfalls zu beschützen und zu verteidigen. Der Jagdinstinkt des Barsois ist, weil geschichtlich veranlagt, sehr ausgeprägt. Bei intensiver und guter Erziehung lässt sich ein einzeln jagender Hund auch vom Wild abrufen, zu mehreren ist dies durch das Rudelverhalten meist nicht mehr möglich. Aus diesem Grund ist zum Jagdtrieb zu sagen, dass es für ihn aufgrund seiner erreichbaren Geschwindigkeit von ca. 65 km/h ein leichtes ist, die erspähte „Beute“ wie Hasen oder Rehe zu jagen und auch zu erlegen. Deshalb tut sich jeder Besitzer leichter, mit offenen Augen durch die Felder zu spazieren und potentielle Beute vor seinem Hund zu erkennen. In Waldgebieten ist es ratsam ihn an der Leine zu führen, da im Falle des Jagens aufgrund seiner Schnelligkeit und dem undurchsichtigen Unterholz das Verletzungsrisiko für den Barsoi immens hoch ist und er sich beispielsweise die Beine brechen, ganze Sehnen abreißen oder sogar das Genick brechen kann. Hat der Jagdtrieb aufgrund sichtbarer Beute einmal eingesetzt, nimmt der Hund meist nichts mehr um sich herum wahr, was ein Abrufen erschwert. Im Rudel gehalten ist der Barsoi ein sehr gerechter und angenehm zu haltender Hund. Wie bei vielen anderen Rassen auch existiert unter den Rüden sowie auch unter den Hündinnen eine Rangordnung, die die Hunde ab einem gewissen Alter ausfechten und festlegen. Ist diese Rangfolge einmal geklärt, wird sie im Normalfall von allen Rudelmitgliedern akzeptiert und nicht mehr angezweifelt. Auch mischen sich die Geschlechter bei Positionskämpfen im Rudel nicht untereinander ein. Als einzige Ausnahme sei zu erwähnen, dass es sein kann, dass sich das Rudeloberhaupt bei unfairen Auseinandersetzungen der anderen Rudelmitglieder einmischen kann. Darüber hinaus habe ich noch nie erlebt, dass ein Rüde gegen eine Hündin geht, wenn diese ihn mal anzickt. Besonders angenehm ist, dass Rüden und Hündinnen nicht getrennt werden müssen (es sei denn eine Hündin ist läufig) und besser als bei manch anderen Rassen ein harmonisches und in sich stimmiges Rudel bilden, wo jeder seinen sich (erkämpften) Platz hat. Entgegen vieler Meinungen ist der Barsoi eine der wenigen Rassen, die sich im Rudel extrem wohl fühlen und dieses meiner Meinung nach auch dringend benötigen, was nicht heißt, dass das Rudel als reines Hunderudel zu definieren ist. Auch der Mensch gehört ins Rudel. Er sollte aber immer der „ranghöchste Hund“ sein. Problemlos ist es auch, einen weiteren Barsoi – vorausgesetzt er hat ein normales Sozialverhalten – gleich welchen Alters in ein existierendes Rudel zu integrieren. Bei Hündinnen ist dies im Allgemeinen einfacher als bei Rüden, aber wenn man sich an gewisse Regeln hält ist auch dies kein Hexenwerk. |
| Pflege | Das Fell des ausgewachsenen Barsoi besitzt eine selbst reinigende Wirkung. Dadurch wird der Aufwand des Bürstens minimal gehalten, was zuletzt auch auf die Struktur und Beschaffenheit des Haarkleides zurückzuführen ist. Je nach dem, ob der Barsoi in der Wohnung oder zusätzlich auch im Zwinger/ Garten gehalten wird, reicht es aus, das Tier einmal pro Woche (eventuell auch alle 14 Tage) gut durchzubürsten. Hündinnen haaren in der Regel zweimal im Jahr wegen ihrer Läufigkeit ab und verlieren einen Teil ihres Haarkleides, das sich dann wieder auffüllt. Dies kann bei jedem Hund variieren. Die eine verliert sehr "viel" Fell, die andere fast nichts. Dies ist sicherlich zum Teil auch gentechnisch veranlagt und nicht bei jeder Hündin gleich stark. Im Frühjahr schmeißt der Barsoi sein Winterkleid ab und verliert etwas mehr Haare als sonst, was aber nach zwei bis drei Wochen wieder vorbei ist. Wobei auch hier der Grad des "Abhaarens" bei jedem Barsoi sehr unterschiedlich ist. Nach einer Kastration haart der Barsoi erfahrungsgemäß auf, sein Fell wird dichter und länger. Bei Hündinnen verschwindet nach der Kastration die zyklusbedingte Abhaarung durch die hormonelle Umstellung des Körpers. Alles in allem ist dem Haarkleid des Barsoi mit einem einmaligem Bürsten pro Woche (10 Minuten) Rechenschaft getragen. |
| Spezifische Erkrankungen | keine bekannt |
| Betreuender VDH Verein | http://www.dwzrv.de/ |
| Autoren: | Erstellt hat diesen Beitrag Pets-Doc-Blog in Zusammenarbeit mit: Name: Christina Döring Internet: www.barsois-von-der-nebelhoehle.de/ |
Weitere Fotos:






Informationen zu den Fotos
Foto 1: Barsoirüde Dexter und Barsoihündin Diva von der Nebelhöhle
Foto 2: Barsoihündin Butterfly von der Nebelhöhle (vier Jahre alt)
Foto 3: Barsoihündin Diva von der Nebelhöhle (drei Jahre alt)
Foto 4: Barsoirüde Aljoscha von der Nebelhöhle (zehn Monate alt)
Foto 5: Barsoirüde Dexter von der Nebelhöhle (vier Monate alt)
Foto 6: Barsoirüde Boris von der Nebelhöhle (zwei Jahre alt)
Foto 7: Barsoirüde Devil von der Nebelhöhle (drei Jahre alt)
Foto 8: Drei Welpen des B-Wurfs von der Nebelhöhle (sieben Wochen alt)
Fotos: Familie Döring
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