HUNDE - Wenn's doch ... Krankheiten

Diabetes beim Hund

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Diabetes bei Hunden ist nicht zwingend ein Todesurteil sondern - ganz im Gegenteil - wenn der Hundehalter die Symptome früh erkennt, können die heutigen medizinischen Möglichkeiten Ihrem Hund ein langes Leben in guter Lebensqualität ermöglichen. Wir erklären, was Diabetes ist, wen es treffen kann, welche Arten der Diabetes es gibt, wie Diabetes entsteht und wie Sie ihn erkennen können. Des Weiteren geht es um die Aussichten und die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten.

Diabetes - was ist das eigentlich? Und ist es heilbar?

Wenn ein Hund Diabetes hat, dann hat das immer etwas mit Insulin zu tun. Insulin ist ein Hormon der Bauchspeicheldrüse. Wenn Ihr Hund an Diabetes leidet, hat er die Kontrolle über seinen Blutzuckerspiegel verloren, weil mit seinen Insulinhormonen etwas nicht in Ordnung ist. Das stört auch den Kohlenhydrat-, den Fett- und den Eiweißstoffwechsel!

Wenn die Insulinproduktion gestört ist, kann der Körper Ihres Hundes keinen Zucker mehr aufnehmen. Zucker ist wie Benzin und damit die Zellen Energie aufnehmen können, brauchen sie aber Insulin. Insulin ist also sozusagen die Benzinpumpe. Und wenn die defekt ist, hat das ganze System ein großes Problem.

Durch Diabetes sinken die eigenen Abwehrkräfte des Körpers gegen zum Beispiel Infektionen. Aus diesem Grund machen regelmäßige Untersuchungen des Urins und des Blutes Sinn.

Diabetes ist so gut wie nicht heilbar. Rechzeitig erkannt und richtig behandelt stellt sie aber kein großes Problem dar.

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Wen trifft es? Und wen trifft es am meisten?

Laut wissenschaftlichen Auswertungen sind 0,3 bis 0,9 Prozent aller Hunde von Diabetes betroffen. Laut unserem Artikel: "Die Welt der Hunde in Zahlen" leben in Deutschland 5,5 Millionen Hunde. Nimmt man den Mittelwert der prozentualen Angaben wären das also etwa 33.000 Hunde.
Prinzipiell können Sie davon ausgehen, dass es alle Hunde betreffen kann. In der Realität zeigt sich aber, dass junge Hunde ganz selten Diabetes bekommen. Am meisten triff es allerdings unkastrierte Hündinnen. Auswertungen sprechen davon, dass von zehn erkrankten Hunden, acht weiblich sind. Bei einer betroffenen Hündin regt ein bestimmtes Hormon in den Eierstöcken die Bildung und Ausschüttung von Wachstumshormonen an. Diese Hormone sind Insulingegner. Die Hündin sollte, damit sie nicht ein Leben lang behandelt werden muss, kastriert werden.
Wie bei uns Menschen trifft es aber gerade Hunde mit Übergewicht, falscher Ernährung mit zu viel Fett und zu viel Zucker sowie Hunde mit Bewegungsmangel. Rassenspezifisch sollen besonders folgende Rassen betroffen sein: Pudel, Zwergschnauzer, Beagle und Dackel.

Welche Art der Diabetes bedrohen Hunde?

Wir haben grundsätzlich zwischen drei verschiedenen Arten der Diabetes zu unterscheiden. Es gibt 1.: Den Insulinabhängigen 2.: den Insulinunabhängigen und 3.: Den Diabetes aus der Ursache einer anderen Erkrankung. Der Diabetes vom Typ 2 kommt bei Hunden, anders als bei Katzen und Menschen sehr selten vor.

Wie entsteht Diabetes?

Das Gebiet der Diabetes ist noch nicht abschließend erkundet. Wissenschaftler gehen beim Diabetes des Typ 1 davon aus, dass er auf Grund von genetischen Dispositionen, Infektionen oder durch Antikörper entsteht. Der Diabetes vom Typ 3 wird durch andere Erkrankungen ausgelöst. Dazu zählen: Bauchspeicheldrüsenentzündung, Bauchspeicheldrüsentumore, Schilddrüsenunterfunktionen, Nebennierenrinde-Überfunktionen und durch bestimmte Medikamente.

Was passiert im Körper eines Hundes der an Diabetes erkrankt ist?

In den Zellen kann Traubenzucker durch den Insulinmangel nicht mehr verarbeitet beziehungsweise verwertet werden. Aus diesem Grund lagert sich der Traubenzucker im Blut ab. In der Folge ist die Kapazität der Nieren überfordert und der Zuckerüberschuss wird über den Urin ausgeschieden. Dadurch wird dem Körper zusätzlich mehr Wasser entzogen, welches mit dem Urin abfließt. Durch die defekte Zuckerverwertung hat der Hund nicht genug Energie. Den Energiemangel versucht er durch den Abbau von Eiweißen und Fetten zu kompensieren. Er baut Muskelmasse und Fett ab. Die Folge ist eine Abmagerung. Gleichzeitig führt der Zuckermangel im Hirn zu verstärkten Hunger.

Leidet ein Hund längere Zeit an Diabetes, ohne dass dieses erkannt wird, führt der Insulinmangel zu weiteren Stoffwechselentgleisungen. Es werden zu viele Fettsäuren freigesetzt die zu einer Übersäuerung führen. Diese lebensbedrohliche Phase nennen die Fachleute Ketoazidose. Kann der Zustand des Hundes durch intensivmedizinische Betreuung stabilisiert werden, wird er, wenn er wieder genesen ist, genau so weiter behandelt, wie ein ganz normaler Diabetespatient.

Wie erkenne ich, ob mein Hund Diabetes hat?

Die normalen Anzeichen eines Diabetes zeigen sich zu Beginn der Krankheit darin, dass der Hund übermäßig viel trinkt und mehr fressen möchte. Das übermäßige Trinkverhalten führt auch zu einem häufigeren Harndrang. Das kann besonders in der Nacht eine lästige Belastung für die Halter darstellen. Zudem wird der Hund dünner. Häufig geht eine Linsentrübung mit dem Diabetes einher. Wir hatten schon Hundehalter in unserer Praxis, die ihren Hund wegen des mangelnden Sehvermögens vorstellten ohne dass sie ahnten, dass der Hund an Diabetes leidet.

Kann der Tierarzt erkennen ob Ihr Hund Diabetes hat?

Dank der heutigen Medizintechnik ist die Diagnose eines Diabetes relativ gut möglich. Über Laboruntersuchungen lässt sich ein erhöhter Zuckerspiegel sowohl im Blut als auch im Urin feststellen. Worauf man jedoch achten sollte ist, dass der Hund zur Blut- bzw. Urinentnahme nüchtern ist. Die letzte Mahlzeit sollte er am Nachmittag vor der Untersuchung bekommen. Zudem ist darauf zu achten, dass der Hund bei der Entnahme des Blutes möglichst wenig Stress hat. Stress kann auch zu einer Erhöhung des Blutzuckerwertes führen.

Welche Aussichten hat ein Hund mit Diabetes?

Wird der Diabetes rechtzeitig erkannt und erhält der Hund regelmäßig seine Medikamente sind seine Aussichten auf einen guten, schmerzfreien Lebensabend sehr gut. Langfristig gesehen wird sich sein Trinkverhalten wieder normalisieren und damit stellt sich auch der vermehrte Urinabsatz ein.

Wie erfolgt eine medizinische Behandlung?

Da dem Hund Insulin fehlt, muss es ihm von außen zugeführt werden. Das erfolgt über das zweimalige Spritzen von flüssigem Insulin innerhalb von zwölf Stunden. Obwohl das sehr gut funktioniert, muss man die Zeit nach der Diagnose der Diabetes in zwei Phasen unterteilen. In der ersten Phase geht es darum, herauszufinden wie hoch die tatsächlich benötigte Menge an Insulin ist, die der Hund benötigt. Im Anschluss an diese Phase geht es darum, ihm konstant die richtige Menge zu verabreichen und den Blutzuckerspiegel regelmäßig zu überwachen.

Wie wird die benötigte Insulinmenge ermittelt?

In Deutschland gibt es zurzeit nur ein Medikament, das bei Diabetes für Hunde zugelassen ist. Es heißt Caninsulin und wird von der Firma Intervet hergestellt. Die Firma macht Vorschläge über die zu verabreichende Dosis an Hand des Körpergewichts des Hundes. Allerdings muss man darauf hinweisen, dass dieses wirklich nur Vorschläge sein können. Ob die Menge wirklich die richtige ist, können nur individuelle Analysen der Blutzuckerwerte in der ersten Zeit der Vergabe zeigen.

Das Spritzen von Insulin. Wie geht das?

Die meisten Hundehalter sind wenig begeistert davon, wenn sie hören, dass sie ihren Hund zukünftig zweimal täglich spritzen müssen und haben auch Angst davor. In Wirklichkeit stellen sie aber sehr schnell fest, dass das doch recht einfach und unkompliziert ist. Selbstverständlich zeigen Ihnen alle Kollegen wie das in der Praxis geht. Man fast die Haut an der Stelle, die parallel zur Lendenwirbelsäule liegt, mit den Fingern zusammen und spritzt das Insulin unter die Haut. Der Hund merkt von der Behandlung nichts oder nur sehr wenig. Selbstverständlich sollte man die Einstichstellen und die Seiten ständig wechseln.

Für das Spritzen von Insulin sollten Sie allerdings nicht irgendwelche Spritzen verwenden. Sie erhalten bei Ihrem Tierarzt spezielle Insulinspritzen mit denen eine sehr exakte Dosierung möglich wird.
Das Insulin muss immer im Kühlschrank aufbewahrt werden. Selbst für den Transportweg nach Hause geben wir unseren Kunden immer eine kleine Kühltasche mit einem Kühlaggregat mit. Vor dem Spritzen muss das Insulinfläschchen zwischen den Handflächen hin und her gerollt werden. Sie dürfen das Fläschchen auf keinen Fall schütteln. Achten Sie beim Aufziehen in die Spritze darauf, dass keine Luftbläschen entstehen. Drücken Sie mögliche Luftbläschen aus der Spritze heraus.

Wichtig erscheint uns an dieser Stelle jedoch folgender Hinweis: Wer übernimmt das Spritzen, wenn Sie einmal verhindert sind? Jedem von uns kann einmal etwas passieren, die meisten von uns machen auch mal Urlaub oder sind einmal nur zwei Tage auf einer Geburtstagsfeier in der alten Heimat. Wie auch immer, wir empfehlen Ihnen so viele Helfer wie möglich zusammen mit Ihnen und Ihrem Hund auszubilden. Dazu zählen: Ehepartner, Kinder, Nachbarn, Freunde oder auch Arbeitskollegen. Denn Sie kennen ja alle das bekannte Sprichwort: "Vorsorge ist besser als Nachsorge."

Welche Maßnahmen unterstützen die medizinische Behandlung zusätzlich?

Es gibt einige kleine Details die Ihren Hund neben den Medikamenten unterstützen. Es gibt spezielle Diäten für Diabetiker. Die Futterart und die Futtermenge sollten Sie in Absprache mit Ihrem Tierarzt entscheiden. Achten Sie aber darauf, dass Ihr Hund möglichst zwei bis drei Mahlzeiten am Tag erhält. Und das am besten immer zur gleichen Zeit. Somit vermeiden Sie auch Stress für Ihren Hund. Sie sollten Ihren Hund ohnehin vor jeglichen körperlichen und geistigen Stress schützen. Vermeiden Sie jede Form ungewöhnlicher Belastungen.

Ist Ihr Hund übergewichtig, müssen Sie daran arbeiten, sein Gewicht wieder herunter zu bekommen. Sollte Ihnen das allein schwer fallen, fragen Sie in Ihrer Praxis nach Unterstützungsprogrammen die Ihnen dabei helfen.

Führen Sie regelmäßige Kontrollen durch. Es gibt in Apotheken erschwingliche Geräte mit denen man auch zu Hause einfach und kostengünstig einmal in der Woche die Zuckerwerte im Urin oder im Blut auswerten kann. Die Häufigkeit und die Regelmäßigkeit mit der Sie Ihren Hund vom Tierarzt untersuchen lassen sollten, sprechen Sie bitte mit Ihrem Tierarzt ab. Wir selber empfehlen im Generellen eine jährliche Blutuntersuchung. Lesen Sie in unserem Beitrag: "Alters-Vorsorge-Untersuchungen beim Hund - das gibt es wirklich!"

Welche Daten sollten Sie aufzeichnen und warum?

Selbstverständlich ist jede Form der Aufzeichnung von Daten freiwillig. Dennoch, wenn sich dann doch auf einmal Veränderungen ergeben, ist es immer besser wenn man die Zahlen vergleichen kann. Wenn Sie mögen, dann notieren Sie Ihre eigenen Auswertungen über folgende Dinge: Blutuntersuchungen, Blutzuckerspiegel, Gewicht Ihres Hundes sowie seine Fress- und Trinkvolumina.

 

So - das war unser Beitrag zur Diabetes bei Hunden. Im Folgenden möchten wir Ihnen nur noch Tipps zu Problemen und Fragen geben, die auftreten können:

Probleme die im Krankheitsverlauf auftreten können.

Unterzuckerung - wie erkennen Sie das?
Auch bei gut eingestellten Hunden kann es zu Unterzuckerungen kommen. Anzeichen an Hand Sie das ausmachen können sind: Starker Hunger, Unruhe, Zittern und Bewegungsstörungen. In solchen Fällen sollten Sie nicht zögern sondern Ihren Tierarzt aufsuchen.

Insulinresistenz - wie erkennen Sie das?
Das erkennen Sie daran, dass der Blutzuckerspiegel trotz der Vergabe von Insulin nicht sinkt. Aber Achtung: Das muss nicht automatisch eine Insulinresistenz sein. Das kann auch an anderen Dingen liegen.

Probleme die bei der Behandlung auftreten können.

Beim Spritzen von Insulin ging was daneben - was tun?
Nichts. Machen Sie erst mit der nächsten Behandlung wieder weiter. Sie wissen nicht, wie viel Insulin daneben gegangen ist. Und zu viel Insulin sollte Ihr Hund auf keinen Fall bekommen. 

Sie haben aus versehen zuviel Insulin gespritzt - was tun Sie jetzt?
Kontrollieren Sie Ihren Hund genau. Unterzuckert er? Bieten Sie ihm mehrmals etwas zu essen an. Bleibt alles normal, machen Sie mit der nächsten Behandlung weiter. 

Nach dem Spritzen tritt ein wenig Blut aus. Was ist zu tun?
Nichts. Es kann immer wieder einmal passieren, dass Sie ein Blutgefäß treffen und etwas Blut austritt. Wischen Sie es mit einem Tempo weg.


Mit diesen letzten Tipps verbleibt Familie Barich mal wieder mit ihrem Gruß

Fröhliche vier Tatzen

P.S.: Wenn Ihnen dieser Beitrag oder unser ganzer Blog gefallen hat, dann haben wir eine kleine Bitte an Sie. Überlegen Sie doch bitte einmal, ob Sie Bekannten von uns berichten können. Per Mail oder in einem Forum. Das würde uns sehr freuen und auch sehr in unserer Arbeit bestätigen. Wir freuen uns auch über jeden Link zu Pets-Doc-Blog.de - Vielen Dank - Ihre Tierarztpraxis Barich

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Foto: Kerioak / fotolia.com

Kommentare  

 
0 #2 Jürgen Schneider 2011-12-22 19:14
Hallo, Nicht aufgeben unser hund 9 3/4 ist ebenfalls nicht kastriert gewesen und hatte im Sommer eine Gebärmmutter entzündung. Diese wurde von der Uni giessen mit Medikamenten (Spritzen)wiede r in den Griff bekommen. Die Ärzte meinten noch einmal würden Sie diese Behandlung durch führem danach würde die Gynlo. Abteilung zur Operation Raten. Nach der letzten Läufigkeit bekam Sie auch auf einmal Diabetes. Die Uni in Gießen meinte es sei eine hormonelle Sache und Sie wurde steril. vor einer Woche. Wir waren heute zur Kontrolle Ihr geht es soweit gut. Die Wunde ist zwar etwas Entzündet, aber wir haben eine Salbe bekommen und Tabletten. Und in 14 Tagen wird dann noch einmal der Zucker über den Tag gemessen und entschieden ob Sie weiterhin das Insulin braucht. Ich würde Euch Raten einen zweiten Tierarzt zu Rate zu ziehen
Wir wünschen Euch und Eurer Hündin alles Gute.

Gruß Jürgen und Heike
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+1 #1 2011-05-29 23:17
Wir sind völlig verzweifelt!
Ende März, nach ihrer Läufigkeit hat unsere 8 1/2 jährige Hündin plötzlich eine schwerste Diabetis entwickelt. sie wurde bislang noch nicht kastriert, da der Tierarzt Wundheilungsstö rungen aufgrund der Diabetis befürchtet.
Futterumstellun g und auch Insulin haben nichts bewirkt.
Sie habe eine Insulinresisten z.
Den Grund für ihre Diabetis zu finden gleiche der Suche der Nadel im Heuhaufen, würde finanziell in die Tausende gehen ohne überhaupt auf ein Ergebnis hoffen zu können!
Fazit, unser Hund habe keine Chance !
Wir sind völlig verzweifelt !!!!

Bleibt uns nichts anderes übrig, als ihr beim Sterben zuzusehen, bzw. sie bevor sie zu sehr leidet, einschläfern zu lassen ?????
Ich kann nicht fassen, dass ein bislang all die Jahre kerngesunder Hund plötzlich an Diabetis sterben soll !?!!
Wer weiß noch Rat oder hat hilfreiche Informationen ?
Leider läuft uns die Zeit davon.
Wir sind total verzweifelt.
Melanie
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