HUNDE - Wenn's doch ... Krankheiten

Milben können Hunden richtig “zusetzen”

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Milben bedeuten nichts Gutes für unsere Hunde. Doch wie erkennt man sie und was kann man gegen sie unternehmen? Unsere Artikel führen auf, welche Milbenarten gerade unsere Hunde befallen, erläutern die Symptome, die Diagnosen und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten die Ihrem Hund helfen.

Einleitung

Milben zählen zu den Spinnentieren. Es gibt unvorstellbare 50.000 verschiedene Arten. Sie alle haben acht Beine – unterscheiden sich aber ansonsten sehr voneinander. Die kleinsten Milben sind 0,1! Millimeter, die größten können bis zu drei Zentimeter groß werden. Ein sehr großer Teil von ihnen lebt im Boden und ein sehr kleiner Teil auf unseren Hunden. Unsere Berichte informieren über drei Milbenarten, die regelmäßig unsere Vierbeiner befallen. Das sind: die Sarcoptes Milbe, die Haarbalgmilbe und die Herbstgrasmilbe. Starten werden wir mit einem ersten Artikel über die Sarcoptes Milbe.

Die Sarcoptes Milbe – zu deutsch die Grabmilbe

Symptome

Eine äußerst unangenehme Milbe für unseren Hund. Einmal befallen, leidet er an schier unstillbarem Juckreiz. Er will nicht fressen, er will nicht laufen, er will nicht ruhig liegen ohne sich ständig jucken zu müssen. So lauten die meisten Symptome der Hundehalter, wenn sie ihre Tiere in unserer Praxis vorstellen. Erste Stellen an denen der Hund befallen wird, sind meistens am Kopf, besonders an den Ohren, auf dem Nasenrücken und um die Augen. Erfolgt keine Behandlung, droht der Befall des gesamten Körpers.

Die Milbenweibchen bohren sich in die obersten Hautschichten um ihre Eier dort abzulegen. Gerade diese Bewegungen in der Haut führen zu dem Juckreiz. Wegen dieser Bohrtätigkeit wird die Sarcoptes Milbe auch Grabmilbe genannt. Doch wie ziehen Sie weitere Rückschlüsse auf diese Milbenart? Es zeigen sich Knötchen, Schuppen oder Pusteln. Leider sind diese Anzeichen am Anfang nicht immer leicht zu erkennen. Im weiteren Verlauf führen die Verletzungen an der Haut zu entzündlichen Prozessen. Die Haut verdichtet und verhornt sich. Wird die Krankheit nicht rechtzeitig und ordnungsgemäß behandelt, kann sie im schlimmsten Fall zum Tod des Hundes führen.

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Diagnose

Nicht alle oben angeführten Symptome deuten eindeutig auf den Befall mit Sarcoptes Milben hin. Deshalb ist es in der Tierarztpraxis notwendig, einen exakten Nachweis über den Befall mit diesen Milben zu erbringen. Das erreichen wir, indem wir ein Hautgeschabsel an betroffenen Stellen entnehmen. Darunter stellen Sie sich bitte einen Abstrich von der Haut vor. Die gewonnen Proben analysieren wir unter dem Mikroskop. Finden wir die Sarcoptes Milben, beginnen wir mit der Behandlung.

Leider bringt die Suche unter dem Mikroskop nicht immer den gewünschten Erfolg. Dafür gibt es einen Grund. Es gibt Hunde, die reagieren allergisch auf diese Milben. Selbst wenn ein Hund nur von einer einzelnen Sarcoptes Milbe befallen ist, leidet er unter einem extremen Juckreiz. Eine einzelne Milbe zu finden, das können Sie auf Grund der "Größe" der Milben gut nachvollziehen, ist absolut unmöglich. Es gibt dennoch einen Weg, um selbst diesen geringsten Befall aufzudecken. Wir entnehmen dem Hund Blut und lassen im Labor einen Sarcoptes Antikörpertiter bestimmen. Trägt der Hund nämlich die Milbe in seinem Körper, hat das Immunsystem längst reagiert, um sie abwehren zu wollen. Und genau das, lässt sich nachweisen. Ist der Test positiv, haben wir selbst eine einzelne Sarcoptes Milbe nachgewiesen. Die Behandlung kann beginnen. Bleibt der Test negativ, forschen wir an anderen Stellen weiter um nach anderen Ursachen der Erkrankung zu suchen (Aber das ist heute nicht unser Thema).

Behandlung

Ist die Sarcoptes Milbe enttarnt, bewirken wir eine gute und schnelle Heilung, in dem wir das Spot on Medikament Stronghold einsetzten. Das ist ein flüssiges Mittel, das auf die Haut des Hundes aufgetragen wird. Achtung: Gerade in den ersten Tagen, nachdem die Tropfen aufgetragen wurden, kann sich der Juckreiz noch verstärken. Der Grund dafür ist, dass die Milben absterben und sich dabei noch mehr in den gebohrten Kanälen unter der Haut bewegen. Das löst den noch stärkeren Juckreiz aus.
Verläuft die Behandlung erfolgreich, lässt dieser Juckreiz in den nächsten Tagen zunehmend nach. Aus Gründen der Sicherheit wiederholen wir die Anwendung noch einmal nach 30 Tagen. Auch dann, wenn es dem Hund scheinbar sehr gut geht.

Trotz dieses guten Medikaments ergibt sich keine Garantie dafür, dass der Einsatz immer den erwünschten Erfolg erbringt. Tritt also in den ersten Tagen keine Besserung ein, gibt es noch eine zweite Möglichkeit der Behandlung. Dazu verwenden wir den Wirkstoff Ivermectin, welches dem Hund unter die Haut gespritzt wird. Bevor wir dieses Medikament allerdings zu leichtfertig anwenden, müssen wir zwingend ein anderes Problem ausschließen. Der Hund darf keinen Gendefekt mit dem Namen MDR1 haben. Eine Behandlung mit Ivermectin könnte in diesem Fall tödlich verlaufen. Um den Gendefekt auszuschließen, nehmen wir vor der Vergabe des Medikamentes Blut und analysieren es. Ist der Defekt ausgeschlossen, spricht nichts mehr gegen eine erfolgreiche Behandlung mit Ivermectin.

Vorbeugende Maßnahmen

Leidet Ihr Hund an Sarcoptes Milben und Sie haben mehrere Hunde und Katzen, behandeln Sie besser alle Tiere vorbeugend mit. Weisen Sie Ihren Tierarzt darauf hin.

Sie können das Medikament Stronghold auch vorbeugend einsetzen. Wir raten Ihnen davon aber ab. Wenden Sie Medikamente dann an, wenn es der Tierarzt empfiehlt. Beobachten und begutachten Sie Ihren Hund regelmäßig, und stellen Sie ihn im Falle eines Verdachtes schnell Ihrem Tierarzt vor.

Reinigende Maßnahmen

Anders als bei Flöhen, müssen Sie keine besonderen Reinigungsmaßnahmen in Ihrem Heim durchführen. Was nicht heißen soll, dass die regelmäßige Pflege und Reinigung von Körbchen, Decken, Hunden und Katzen durchaus angebracht erscheinen.

An letzter Stelle möchten wir noch darauf hinweisen, dass sich diese Milben auch auf uns Menschen übertragen können. Sollten Sie unsicher sein, sprechen Sie mit einem Hautarzt und weisen Sie ihn auf Ihren Vierbeiner hin.

Wir hoffen, Ihren Hund juckt es nicht. Familie Barich wünscht Ihnen deshalb

Fröhliche vier Tatzen

P.S.: Wenn Ihnen dieser Beitrag oder unser ganzer Blog gefallen hat, dann haben wir eine kleine Bitte an Sie. Überlegen Sie doch bitte einmal, ob Sie Bekannten von uns berichten können. Per Mail oder in einem Forum. Das würde uns sehr freuen und auch sehr in unserer Arbeit bestätigen. Wir freuen uns auch über jeden Link zu Pets-Doc-Blog.de - Vielen Dank - Ihre Tierarztpraxis Barich

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Foto: CALLALLOO CANDCY / fotolia.com

Kommentare  

 
+2 #1 2010-12-09 16:53
Hallo,

vielen Dank für die vielen hilfreichen Infos! Milben können Hunden wirklich ganz schön zusetzen! Unser Max hatt neulich auch mal welche, konnte aber vom Tierartz davon befreit werden.

Vg,
der Tiger
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