
HD ist eine Hüftgelenkserkrankung die einige Hunde, und somit auch Ihre Halter, betrifft. Wir unternehmen den Versuch zu erklären, worum es sich bei dieser Krankheit handelt, was Sie gegen sie unternehmen und welche vorbeugenden Maßnahmen helfen können. Begonnen haben wir den Artikel mit einem Definitionsversuch.
Was ist eine HD eigentlich? Ein verständlicher Definitionsversuch?!
HD steht für Hüftgelenksdysplasie. Eine Dysplasie ist laut Definition eine Fehlbildung. Von einer HD beim Hund spricht man, wenn der Kopf des Oberschenkelknochens nicht richtig in die Pfanne des Hüftgelenks passt. Dadurch kann das Bindegewebe nicht richtig ausgebildet werden und es kommt zu einer instabilen Hüfte. Der Kopf hat zu viel Spiel und kann sich zu viel bewegen. Diese Fehlbildung schädigt die Gelenkkapsel, den Gelenkknorpel und die Knochen. Im weiteren Verlauf spricht man von einem vermehrten Gelenkverschleiß, der sogenannten Arthrose. Im normalen Fall trifft es beide Seiten der Hüfte.
Die Wissenschaft rätselt nach wie vor darüber, dass einerseits einige Hunde mit leichter HD stark unter der Erkrankung leiden, es andererseits aber Hunde mit schwerer HD gibt, die es schaffen, sehr gut mit der Erkrankung umzugehen.
Jeder Hund geht also individuell mit dieser Krankheit um. Fest steht, dass die Krankheit relativ häufig vorkommt, bei manchen Rassen soll die Betroffenheit bei bis zu 50 Prozent liegen. Viele Hunde können aber sehr gut damit umgehen, weil sie ihren Bewegungsablauf anpassen. Wenn ihre Halter die richtigen Dinge beachten und veranlassen, kommen Sie relativ gut in den Lebensabend.
Wie erkennen Sie, dass Ihr Hund HD hat und wann entsteht eine HD?
Meistens merken Sie ja erst einmal lange nichts und das obwohl die HD innerhalb der ersten 15 Lebensmonate entsteht und scheinbar nur sehr selten wieder verschwindet. Wenn Sie also nicht wissen, ob Ihr Hund eine HD hat, dann lassen Sie ihn röntgen. Warum das so wichtig ist, lesen Sie im nächsten Absatz.
Beim HD Röntgen sollte Ihr Hund nur leicht narkotisiert werden und nach wenigen Stunden wieder mit Ihnen nach Hause gehen dürfen. Bestimmt kennen Ihr Züchter oder Züchter aus Ihrer Nachbarschaft einen Tierarzt der mit einer leichten Narkose auskommt.
Wenn Ihr Tierarzt Ihren Hund geröntgt hat, wird er Ihnen erklären ob Ihr Hund gesund ist, oder ob er an einer HD erkrankt ist. Die Auswirkungen bei einer Erkrankung können unterschiedlich schlimm sein. Man unterscheidet die Schwere der Dysplasie bei der HD in einer Skala mit fünf Werten: A = HD-frei, B = HD-Verdacht, C = leichte-HD, D = mittlere-HD und E = schwere-HD.
Aber auch ohne Röntgen werden Sie irgendwann eine Vermutung aufbauen, dass Ihr Hund an HD erkrankt ist. Einer unserer eigenen Hunde, der TADS, hat mittlere bis schwere HD. Wir können das seit geraumer Zeit auch an seinem geänderten Laufverhalten sehen. Das ist nicht mehr so geschmeidig und kraftvoll wie einstmals. Er bewegt die Hinterbeine nicht mehr in so einem großen Winkel wie früher. Andere Anzeichen oder Zeichen von Schmerzen zeigt er überhaupt nicht. Das kann bei anderen Hunden schon ganz anders aussehen. HD ist ja eine Krankheit die mit stetigem Alter schlimmer wird. Der Hund lahmt, läuft anders und hat Schwierigkeiten beim Aufstehen. Aber es kann noch schlimmer kommen. Einige Hunde müssen eingeschläfert werden, weil sie nicht mehr aufstehen oder laufen können.
Welche Hunde bekommen eine HD?
Grundsätzlich kann es alle Hunde betreffen. Einen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt es nicht oder er ist so gering, dass man darin keine Veranlagung ausmachen kann. Vielmehr scheint es genetische Gründe zu geben, die zu dieser Krankheit führen. Wissenschaftlich belegt ist die Ursache einer HD aber noch nicht.
Es gibt bestimmte Hunderassen, die besonders betroffen sind. Dazu zählen: der Deutsche Schäferhund, der Neufundländer, der Gordon Setter, der Golden Retriever, der Labrador Retriever, der Irish Setter, der Bernhardiner und der English Setter.
Warum sollte man einen jungen Hund röntgen lassen?
Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Wenn Sie wissen, dass ihr Hund an HD erkrankt ist, können Sie ihm Mittel (siehe unten) zum Futter geben, die die Gelenke und den wichtigen Knorpel besser ernähren und ihre ständige Erneuerung fördern.
Dadurch, dass die Züchter und die Zuchtverbände in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr darauf geachtet haben, nicht mit an HD erkrankten Hunden zu züchten, ist die Anzahl der erkrankten Hunde rückläufig. Es ist zwar nicht davon auszugehen, dass wir die Krankheit ganz ausrotten, aber es ist schon einmal ein richtiger Schritt.
Was passiert, wenn die Züchter mehr Informationen über die Gesundheit ihrer Hunde bekommen würden? Jetzt überlegen Sie einmal bitte, wie das wäre, wenn alle Hundebesitzer ihre Hunde auf HD röntgen lassen würden, um anschließend nicht nur für sich selbst, sondern auch für den Züchter eine wertvolle Information zu haben. Jeder verantwortungsvolle Züchter wird über seine Zucht nachdenken, wenn er feststellt, dass seine Zucht zu viele kranke Hunde hervorbringt. Wir können Sie auf diesem Wege nur herzlich bitten, röntgen Sie Ihren Hund und handeln Sie damit für Ihren Hund und Ihren Züchter verantwortungsbewusst. Gemeinsam für mehr gesunde Hunde in der Zukunft!
Kann man HD heilen?
Nein, HD kann man nicht heilen. Aber man kann die Auswirkungen der Krankheit hinauszögern und die Schmerzen reduzieren. Es gibt auch spezielle Operationstechniken die man anwenden kann. Da diese Maßnahmen, im Vergleich zum Anteil der erkrankten Hunde, sehr selten vorgenommen werden, werden wir erst in einem späteren Artikel dazu etwas berichten. Was Sie im "Normalfall" unternehmen können, lesen Sie im nächsten Absatz.
Können Sie etwas unternehmen?
Vor der Erkrankung? Ja!
Gerade eine falsche Fütterung unterstützt eine HD nachweislich. Ihr Hund darf auf keinen Fall zu schnell wachsen. Wenn Sie ihm zu viel Energie, Proteine, Mineralstoffe und Kalzium verabreichen nimmt er zu schnell an Gewicht zu.
Einen jungen Hund sollten Sie, wie bereits oben beschrieben, rechtzeitig röntgen lassen, d.h. je nach Rasse zwischen dem ersten und dem zweiten Lebensjahr. Aus dem Ergebnis leiten Sie dann alle Maßnahmen ab, die wir Ihnen in diesem Beitrag, hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit, aufgeführt haben.
Vor dem Kauf eines jungen Hundes sollten Sie sorgsam bei der Auswahl Ihres Züchters sein. Sprechen Sie Ihn auf diese Problematik an und versuchen Sie herauszufinden, wie er mit dem Problem umgeht. Vergessen Sie nicht, dass bestimmt kein Züchter absichtlich diese Krankheit fördern möchte. Aber schwarze Schafe gibt es nun mal überall. Ein verantwortungsvoller Züchter wird offen und ehrlich darüber mit Ihnen sprechen.
Nach der Erkrankung? Ja!
In Zusammenarbeit mit Ihrem Tierarzt können Sie überlegen, Ihrem Hund spezielle Medikamente zukommen zu lassen, die die Schmerzen lindern. Damit erhalten Sie Ihrem Hund die Lebensqualität - eigentlich ganz gute Aussichten.
Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass Ihr Hund ein ideales Gewicht hat. Jedes "Gramm" zu viel, ist echtes Gift für ihn.
Vergessen Sie aber bitte nie, dass sich der gesamte Körper Ihres Hundes in einem ständigen Umbau befindet. Dazu zählen natürlich auch die Gelenke. Und für die gibt es extra gute "Lebensmittel". Glukosaminoglykane und Chondroitiusulfat stärken die Gelenkknorpel und verlangsamen damit den Abbauprozess.
Des Weiteren sollten Sie für mehr Bewegungsabläufe sorgen, die die Gelenke schonen beziehungsweise alle Arten von Bewegung vermeiden, die die Gelenke stärker belasten. Dazu zählen fast alle Wurf- und andere Sportarten. Unternehmen Sie lieber mehrere kurze Spaziergänge als einen ausgiebigen. Fahrrad fahren in normaler Geschwindigkeit ist gut, noch besser ist Schwimmen. Bei all diesen Maßnahmen wünschen wir Ihnen und Ihrem Hund toi, toi, toi.In diesem Sinne wünscht Ihnen die Familie Barich
Fröhliche vier Tatzen
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