
Impfungen, ihre Notwendigkeiten, ihre Anzahl und ihre Wiederholungsrhythmen sind ein sehr oft diskutiertes Thema unter den Hundebesitzern. Und das gerade auch im Zusammenhang mit den neuen Impfempfehlungen des Bundesverbandes der praktizierenden Tierärzte (bpt). Was uns aber bei der ganzen Betrachtungsweise fehlte, war das Verständnis darüber, was Impfungen eigentlich bewirken können. Wenn man sich die Impfgegner anschaut, kann man wirklich zu dem Ergebnis kommen, das Leben ohne Impfungen ist ein herrliches. Aber wie war es eigentlich früher. Und wie könnte man die dringende Notwendigkeit von Impfungen anschaulicher erklären? Wir wagten Rückblicke, Einblicke und Zukunftsblicke.
"Sie sollten einmal an die 1970er Jahre zurückdenken" sagte uns der graumelierte Züchter aus dem Friesischen. Meine Frau und ich hatten ihn auf einem Berliner Hundetreffen kennen gelernt. Wir bewunderten seine wunderschönen Golden Retriever Hündinnen. Andere Züchter, die wir schon länger kannten, hatten uns nur Gutes über diesen älteren Herren erzählt und wussten zu berichten, dass er sich schon seit über 40 Jahren regelmäßig und intensiv mit dem Thema Impfungen auseinandersetzt. Aber was meinte er mit den 1970er Jahren? Wir wollten es wissen, bohrten nach und lauschten: "In den 1970er Jahren kam ein entsetzliches Virus auf. Es sprang von der Katze auf den Hund über. Es tötete viele junge Hunde und auch viele Welpen. Es hat mich damals viel, viel Kraft und Schmerzen gekostet, da ich insgesamt über 17 Hunde (aus drei Würfen) auf erbärmliche Art verloren habe. Und die Ärzte waren damals absolut ratlos - die kannten die Krankheit und ihre Symptome ja noch nicht. Einher mit dieser Seuche gingen zwei schlimme Dinge: Erstens verbreitete sich das Virus immens schnell und zweitens war es extrem widerstandsfähig. Es braucht auch keinen Wirt um einen anderen Hund anzustecken. Es hält sich bei Raumtemperaturen bis zu einem Jahr." Wir wussten natürlich, über welche Viruserkrankung uns der Züchter berichtet hatte. Aber die Auswirkungen auf die Hundehalter von damals, waren uns nicht so bewusst.
heißt diese entsetzliche, sehr oft tödlich verlaufende Infektionskrankheit. Heute ist die Parvovirose durch regelmäßige Impfungen in Schach zu halten. Leider kennen wir die Ausmaße der Krankheit aus unserer Tierarztpraxis. Regelmäßig werden uns kleine Welpen vorgestellt, die an Parvovirose erkrankt sind. Manche können wir retten, andere wiederum schaffen es nicht. Aber - Sie können eigentlich zu 99,9 % sagen, woher diese erkrankten Welpen kommen: Aus Massenzuchten. Ein entsetzliches Thema, das wissen wir, aber darum geht es heute nicht.
Als der erfahrene Züchter aus dem Norden fortfuhr: "Denke ich an all die erlittenen Erfahrungen zurück, dann muss ich schon sagen, wie gut man doch heutzutage seine Hunde schützen kann." Wurde uns noch deutlicher, wie gut wir es heute haben, indem wir unsere Hunde impfen können. Schaut man sich aber die aktuellen Diskussionen an, in denen es darum geht, ob Impfen denn nicht schädlicher sei - als nicht zu impfen, kann man sich schon fragen, was da alles in Vergessenheit geraten ist.
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