
Würmer sind ein Thema über das man nicht gerne spricht und über das man auch lieber nicht schreiben möchte. Aber dennoch müssen wir alle dieses Thema anpacken. Wir klären unter anderem welche Hunde Würmer bekommen können, wie Würmer in den Hund kommen, ob und wie Sie Ihren Hund schützen können und wie lange Wurmkuren eigentlich wirken.
Welche Hunde können von Würmern befallen werden?
Alle Hunde können Würmer bekommen. Ob groß, ob klein - ob jung, ob alt. So können Sie zum Beispiel Wurmeier, über die sich die Hunde infizieren können, mit dem Schuhwerk in die eigenen vier Wände tragen. Aber das Risiko, ob Ihr Hund sich mit Würmern infiziert hängt auch von seinen Gewohnheiten ab: vom Umfang des Auslaufs, von der Ernährung, von seinen Jagdgewohnheiten, vom Kontakt zu Artgenossen, vom fressen oder schnüffeln von Kot, vom Besuch von Ausstellungen, etc..
Auf welchem Wege kommen die Würmer in die Hunde?
Hier müssen wir zwischen drei verschiedenen Wegen, über die die Würmer in den Körper unserer Hunde kommen können, differenzieren:
Was machen Würmer im Körper eines Hundes?
Auch wenn wir es meistens nicht bemerken, können Würmer unserem Hund ganz schön zusetzen. Würmer entziehen dem Organismus der Hunde wichtige Nährstoffe. Sie können Gewebe zerstören, Verletzungen erzeugen und sogar zu Blutungen im Magen-Darm-Trakt führen. Im schlimmsten Fall kann der Hund an dem Befall mit Würmern sterben.
Kann ich erkennen, ob mein Hund Würmer hat?
Sehr oft bemerken Sie die Würmer überhaupt nicht. Wir stellen in unserer Praxis oft fest, dass viele Hundehalter glauben, erst wenn die Würmer sichtbar aus dem Hund herauskommen, zum Beispiel durch Erbrechen oder über den Kot, hat der Hund Würmer. Die Würmer leben im Darm der Hunde und fühlen sich da auch sehr wohl. Sie versuchen verkrampft nicht nach draußen zu gelangen. Das wäre ihr Tod. Wenn nicht mehr genug Platz im Darm des Hundes ist, also wenn der Hund richtig voll mit Würmern steckt, können sie sich nicht mehr so gut halten und werden nach draußen gespült.
Es gibt jedoch einige Anzeichen, an denen Sie erkennen können ob Ihr Hund Würmer hat. Man kann von aktiven und passiven Anzeichen sprechen, auf die Sie achten sollten. Durchfall, Verstopfung, Husten, Ausfluss aus der Nase sowie Erbrechen können durch Würmer ausgelöst werden. Auch Gewichts- und Blutverlust können auf den Befall mit Würmern hindeuten. Manchen Hunden vergeht durch Würmer der Appetit, andere bekommen struppiges, mattes Fell.
Ob Ihr Hund von Würmern befallen ist erfahren Sie sicher, wenn Sie den Kot Ihres Hundes in Ihrer Tierarztpraxis untersuchen lassen. Sammeln Sie hierzu Kot über drei aufeinander folgende Tage, da Wurmeier nicht mit jedem Stuhlgang ausgeschieden werden. In den meisten Praxen dürften Sie dafür spezielle Röhrchen mit einem kleinen Löffel erhalten. Sammeln Sie täglich ein halbes Röhrchen voll.
Kotuntersuchung oder Entwurmen? Was ist besser?
Das kann man pauschal nicht sagen. Aber schauen wir uns die Argumente an: Wenn im Kot keine Wurmeier gefunden werden, wird Ihr Hund nicht entwurmt. Anders herum wird er natürlich entwurmt. Aber: Selbst wenn keine Wurmeier im Kot zu finden sind, kann Ihr Hund bereits mit Würmern infiziert sein. Das liegt daran, dass Würmer, wie fast alles im Leben, eine Entwicklungszeit benötigen in der sie heranwachsen, aber noch nicht ausgeschieden werden können. So ist es deshalb durchaus vorstellbar, dass Ihr Hund kurz nach der "negativen" Untersuchung bereits Wurmeier im Kot hat.
Wie Sie weiter unten im Text erfahren, schaden Wurmkuren Ihrem Hund nicht. Wenn Sie sich für die Kotuntersuchungen entscheiden, dann veranlassen Sie diese aber genauso oft, wie die für Ihren Hund empfohlene Anzahl an Entwurmungen.
Schwächt ein Wurmbefall das Immunsystem?
Unterschätzen Sie nicht die gesundheitlichen Auswirkungen die ein Wurmbefall mit sich bringen kann! Ein Wurmbefall kann sogar Veränderungen im Blutbild erzeugen. Das Immunsystem ist ständig damit beschäftigt, sich gegen die Würmer zu wehren. Sollten Kämpfe gegen andere Krankheiten nötig werden, kann es sein, dass das Immunsystem dafür nicht mehr genügend Kraft hat. Also muss man die Frage, ob das Immunsystem durch einen Wurmbefall geschwächt werden kann, mit ja beantworten.
Warum sollte Ihr Hund besser eine Woche vor der Impfung entwurmt werden?
Wenn der Hund Würmer hat, kämpft sein Immunsystem gegen diese Eindringlinge an. Dieser Kampf sollte vor der Impfung beendet sein, damit eine optimale Aufnahme der Impfung gewährleistet wird.
Was sind die häufigsten Würmer bei uns?
Würmer und ihre Folgen sind schon ekelig genug. Anders als in anderen Informationsquellen wollen wir nicht näher auf die einzelnen Würmer eingehen, wir möchten Ihnen nur die zwei wichtigsten Arten nennen. Das sind zum einen die Bandwürmer, wie zum Beispiel der Gurkenbandwurm und der Fuchsbandwurm, und zum anderen die Rundwürmer wie zum Beispiel der Hakenwurm, der Peitschenwurm und der Spulwurm. Nur damit Sie mal eine Vorstellung über die Produktionsmengen von Würmern bekommen, führen wir hier ein Beispiel an: Spulwurmweibchen produzieren in einem Jahr bis zu 70 Millionen Eier. Und Spulwürmer können mehrere Jahre im Boden überleben, auch bei Kälte! Auch im Sandkasten!
Können Menschen sich von Hunden anstecken?
Ja, leider. Der Fuchsbandwurm zum Beispiel ist vom Hund auf den Menschen übertragbar. Das kann sogar sehr gefährlich werden. Auch wenn es selten vorkommt, unbehandelt kann der Mensch an den Folgen eines Fuchsbandwurmes sterben. Kinder sollten über den Umgang mit Hunden und die drohenden Gefahren informiert werden. Reinlichkeit und das Waschen der Hände nach Berührungen mit dem Hund können schützen. Am Besten Sie beachten die unten genannten Entwurmungsregeln.
Kann ich meinen Hund vor Würmern schützen?
Nein - leider können Sie Ihren Hund nicht ständig davor schützen. Man muss zu Wurmkuren sagen, dass sie wie "Kopfschmerztabletten" wirken. Sie machen die Würmer weg, schützen aber nicht vor einem erneuten Wurmbefall. Es folgt auch hier ein ABER. Es gibt seit einiger Zeit eine neue wissenschaftliche Einrichtung mit dem Namen: "Europäisches Gremium für Parasiten bei Haustieren", kurz: "ESCCAP". Die Wissenschaftler und Professoren die daran mitwirken, haben es sich zur Aufgabe gemacht, uns, also Sie die Haustierfreunde und uns die Tierärzte, besser über Parasiten und ihre Folgen aufzuklären. Auch wenn Sie Ihren Hund nur bedingt vor Würmern schützen können, so können Sie einen guten Schutz für sich selbst aufbauen. Und das sind die guten Nachrichten. Lesen Sie im nächsten Absatz wie diese aussehen.
Was ist mit trächtigen Hündinnen und ihren Welpen?
Um ein Übertragen innerhalb des Mutterleibs möglichst umfangreich einzudämmen, können Sie sie in Absprache mit Ihrem Tierarzt im letzten Drittel der Trächtigkeit entwurmen. Zwei Wochen nach der Geburt sollten die Mutter und all ihre Welpen erneut entwurmt werden. Ab dann werden die Welpen im Abstand von 14 Tagen entwurmt. Das sollten Sie erst beenden, wenn zwei Wochen nach der letzten Aufnahme der Muttermilch vergangen sind.
Wie lange wirken Wurmkuren eigentlich?
Laut der ESCCAP hält eine Entwurmung 24 Stunden an. 24 Stunden nach der Entwurmung hat Ihr Hund also keine Würmer mehr. Aber bereits ab diesem Zeitpunkt kann Ihr Hund sich wieder mit neuen Würmern anstecken. Es dauert dann aber mehrere Wochen, bis sich aus den Eiern neue Würmer im Darm gebildet haben. Bei Spulwürmern sind es vier Wochen, bei Bandwürmern dauert das meistens länger, bei den seltenen Hakenwürmern können es weniger als vier Wochen sein. Das heißt, dass sich erwachsene Würmer und ansteckende Eier erst wieder nach einigen Wochen in Ihrem Hund befinden können. Ziel sollte es also sein, Ihr Tier nicht immer zu 100 Prozent wurmfrei zu bekommen sondern, vielmehr dafür zu sorgen, den Wurmbefall regelmäßig zu stoppen.
Aus dieser Erkenntnis ergibt sich: Wenn Sie also sicher gehen möchten, dass Sie nicht von Ihrem Hund angesteckt werden möchten, müssen Sie Ihren Hund alle vier Wochen entwurmen!
Welche Wurmkuren gibt es?
Wir verwenden in unserer Praxis verschiedene Medikamente zur Entwurmung von Hunden. Es gibt die Tabletten: „Milbemax“ von der Firma Novartis, „Banminth“ von der Firma Pfizer, „Strantel“ von der Firma CP Pharma, und „Drontal Plus XL“ von der Firma Bayer. Darüber hinaus gibt es noch eine Paste mit dem Namen „Panacur Pet Paste“ von der Firma Intervet.
Es gibt neben allen hier erwähnten Wurmkuren noch weitere Wurmkuren, die Sie bei Ihrem Tierarzt erhalten. Das ist auch ein wenig Geschmackssache jedes einzelnen Tierarztes. Die Hauptsache ist, die Wurmkuren wirken und werden regelmäßig verwendet!
Wie entwurme ich am besten?
Früher lauteten die Empfehlungen immer pauschal: Hunde sollte man viermal im Jahr entwurmen. Heute gibt es dazu neuere Erkenntnisse. Die Empfehlungen über die Häufigkeit der Entwurmungen werden nicht mehr so pauschal gegeben. Vielmehr folgen sie den individuellen Lebensweisen und Ernährungsformen jedes einzelnen Hundes. Dazu hat die ESCCAP im Jahre 2009 eine sehr gute Übersichtstafel erstellt, aus der Sie recht gut erkennen können, wann beziehungsweise wie oft Sie Ihren Hund entwurmen sollten. Wir folgen diesen Empfehlungen. Schauen Sie sich bitte diese beiden Übersichten an, bevor es mit unserem Text weitergeht.

Abschließend eine letzte Frage: Erzeugen Wurmkuren Nebenwirkungen?
Die ESCCAP schreibt dazu: "Wie belastend aber sind diese Wurmkuren für das Tier? Wichtig ist dabei zu wissen, dass die oft als „böse Chemie“ verteufelten Wurmkuren einen großen Vorteil haben: Ihre Wirkstoffe sind so entwickelt worden, dass sie nur auf solche Strukturen wirken, die ausschließlich bei Würmern zu finden sind, nicht jedoch oder nur wenig im Organismus von Tier oder Mensch vorkommen. Selbst regelmäßige Wurmkuren können Hunden und Katzen also keinen ernsthaften Schaden zufügen. Und sollte es dennoch einmal zu Nebenwirkungen kommen, so handelt es sich um vorübergehende Magen-Darm-Verstimmungen, ähnlich wie sie auftreten, wenn ein Tier ein Futter nicht so gut verträgt oder im Freien etwas Verdorbenes gefressen hat."
Wir ziehen daraus die klare Empfehlung: Entwurmen Sie Ihren Hund regelmäßig! Mit der richtigen, genau auf Ihren Hund zugeschnittenen, Anzahl an Entwurmungen schützen Sie sich, andere Menschen und Tiere und Ihren eigenen Hund.
Entwurmen Sie Ihren Hund regelmäßig, denn: "Wirklich gesund können Sie das Leben genießen." In diesem Sinne wünscht Familie Barich:
Fröhliche vier Tatzen
P.S.: Wenn Ihnen dieser Beitrag oder unser ganzer Blog gefallen hat, dann haben wir eine kleine Bitte an Sie. Überlegen Sie doch bitte einmal, ob Sie Bekannten von uns berichten können. Per Mail oder in einem Forum. Das würde uns sehr freuen und auch sehr in unserer Arbeit bestätigen. Wir freuen uns auch über jeden Link zu Pets-Doc-Blog.de - Vielen Dank - Ihre Tierarztpraxis Barich<<

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Kommentare
danke für diesen informativen Beitrag ..Wir haben letzte Woche bei unserem Hund Würmer festgestellt diese waren richtig zu sehen heute habe ich bei mir nen Wurm entdeckt.Mein hausarzt meinte es kommt nicht vom Hund
Für mich ist die interessanteste Aussage, dass eine Kotuntersuchung nur bedingt aussagefähig ist, da dennoch Würmer im Körper des Hundes existieren können, die nur noch nicht zu Eiern "gereift" sind.
Das macht eine regelmäßige Entwurmung noch wichtiger.
ich möchte mich bei Ihnen sehr herzlich für die Ausführlichkeit und Intensität Ihres Artikels bedanken.
Ich würde auch gerne wissen, ob noch andere Artikel von Ihnen erschienen sind, denn über Hundeerkrankung en kann man nie genug wissen.
Eine Tierheilpraktik erin hat nämlich behauptet, daß die Impfungen und Wurmkuren für den Hund schädlich seien und deshalb nur für die Pharmaunternehm en sinnvoll wären. So ein Schwachsinn ist mir selten untergekommen.
Ich werde den Besitzern meiner Hunde, ich betreue 6 Hunde, Ihren Artikel weiterempfehlen und hoffe, daß auch sie Ihren Artikel aufmerksam lesen und zur kenntnis nehmen, denn schließlich will ich auch nicht, daß sich die Hunde bei mir untereinander anstecken.
der Artikel hat mir von der Übersichtlichke it und Wortwahl/ Verständlichkei t sehr gut gefallen. Ich hoffe mit dem Wissen meinem Bolonka Zwenka - Welpen gesund über seine Jugendzeit zu bringen.
Danke
Monika Michel
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