HUNDE - Ernährung

Wissenswertes zum Thema Hundefutter und Hundeernährung

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Derzeit beschäftigen wir uns sehr intensiv mit dem Thema Hundefutter und Hundeernährung sowie mit der Suche nach neuen Hundezüchtern, die ihre Rasse bei uns vorstellen möchten. Beide Aufgaben sind sehr zeitintensiv. Das ist der Grund, warum der „andere“ Teil des Blogs von uns zurzeit ein wenig vernachlässigt wird. In diesem ersten Beitrag veröffentlichen wir unser Wissen zum Thema Hundeernährung und Hundefutterherstellung in einer Art „Loseblattsammlung“.

Ab heute beginnen wir mit einer neuen Serie für unseren Blog. Ziel ist es, Sie umfangreich über Hundefutter, Hundeernährung, Hundefutterherstellungsbedingungen und Futtermittelvergleichsmöglichkeiten zu informieren. Diese Themen sind zwar hoch spannend aber auch zeitintensiv. Wer also glaubt, sich in ein paar Minuten umfangreich darüber informieren zu können, der kann diesen Beitrag gleich wieder schließen. Für all diejenigen aber, die sich damit auseinandersetzen möchten, haben wir dieses spannende Thema in folgende Bereiche untergliedert:

I. Gesetzliche Anforderungen

II. Trocken- oder Feuchtfutter? Ein Vergleich

III. Gutes Trockenfutter von schlechtem Trockenfutter unterscheiden

IV. Proteine, Vitamine & Co. - Was ist wirklich wichtig?

Heute beginnen wir mit Teil I.
Gesetzliche Anforderungen!? Das ist doch wirklich ein trockenes Thema werden Sie denken. Wenn man sich die gesetzlichen Bestimmungen näher anschaut, dann haben Sie vollkommen recht. Da benötigt man schon dicke Nerven, wenn man sich durch die Anforderung durchwälzen möchte oder weitergehende Informationen von unseren Behörden erfragen möchte. Dennoch, um mehr über Hundefutter und Hundeernährung wissen zu wollen, kommt man nicht umhin, sich mit diesen Anforderungen zu beschäftigen. Auch Sie nicht (Sie müssen hier aber nur weiterlesen, denn den anderen Teil haben wir für Sie übernommen)! Es kommen nämlich einige interessante Fakten ans Licht, auch wenn diese nicht wirklich erfreulich sind. Für ein besseres Verständnis kamen wir zudem nicht umhin, die Bedingungen in Deutschland zum Teil mit den Bedingungen in den USA zu vergleichen. Und damit beginnt auch gleich unser erster Absatz. Es geht uns auch um die Frage, ob und wenn ja welche Anforderungen an die Hundefutterhersteller bezüglich der Rezepturen gestellt werden. Auf eines, bevor es dann endlich wirklich losgeht, möchten wir explizit noch hinweisen: Wir sind keine Rechtsanwälte und können nicht ausschließen, dass uns an der einen oder anderen Stelle ein Fehler unterlaufen ist. Dennoch können Sie sicher sein, dass wir sehr intensiv recherchiert haben und damit auch schon sehr viel Zeit investiert haben. Dazu haben wir häufig an verschiedenen Stellen doppelt recherchiert und die eigenen Aussagen immer wieder auf ihre Richtigkeit untersucht. 

Wer ist die AAFCO, der NRC und die FEDIAV?
In den USA werden die Bestimmungen für Hundefutter im Wesentlichen von der AAFCO (Association of American Feed Control Officials) erstellt. In den Komitees der AAFCO sitzen neben Wissenschaftlern auch Vertreter der Futterhersteller. Die AAFCO ist die beratende Instanz bei der Einführung und Überarbeitung von staatlichen Gesetzen für die Hundefutterproduktion. Dabei geht es um die Etiketten, die Definition der Inhaltsstoffe, die Inhaltsstoffe und Futtermittelüberprüfungen. Seit 1992 ist die AAFCO dafür verantwortlich, welchen Ernährungsprofilen Hunde- und Katzenfutter gerecht werden müssen. Davor war hierfür in den USA der NRC verantwortlich.

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Der NRC (National Research Council) ist eine gemeinnützige Forschungsorganisation die unabhängig von der Futtermittelindustrie ist. Auch diese wissenschaftliche Institution ermittelt den Nährstoffbedarf für gesunde Hunde und Katzen. Leider sind ihre Erkenntnisse für die Futtermittelhersteller nicht mehr bindend!

In Europa ist die FEDIAF (Federation Europeenne de l`Industrie) seit 1970 das Pendant zur AAFCO - aber mit bedeutenden Unterschieden. Die FEDIAF vertritt die Futtermittelindustrie für Haustiere in Europa. Sie vereinigt in einem Komitee die einzelnen Berufsverbände der jeweiligen EU Länder. In jedem einzelnen Land gibt es also einen Berufsverband der von den Futtermittelherstellern unterhalten wird. In Deutschland ist das der IVH (Industrieverband Heimtierbedarf) mit Sitz in Düsseldorf. Auch die FEDIAF veröffentlicht einmal im Jahr Empfehlungen und Richtlinien zur Ernährung und Fütterung von Hunden und Katzen. Aber – und jetzt kommt es: Anders als in den USA sind aber diese Empfehlungen in Deutschland für die Futtermittelhersteller nicht bindend! Hersteller müssen sich daran nicht halten! Und Futtertests an Hunden sind auch nicht notwendig! Wer hätte das gedacht?

Das Etikett

Gesetzliche
Aspekte
In Deutschland werden Futtermitteletiketten in zwei Bereiche unterteilt. Der eine Bereich ist derjenige, in dem der Hersteller sein Produkt darstellen darf. Der andere Bereich ist derjenige, auf dem die gesetzlich angeforderten Informationen zu stehen haben. Dieser Bereich wird als die Deklaration bezeichnet. Was man unter der Deklaration zu verstehen hat, wird in einer Ratsdirektive über den Handel von Futtermitteln geregelt. Man findet dieser Direktive unter folgender kryptischen Bezeichnung (79/373/E E C, April 1979). Diese Direktive wurde im Jahr 1992 durch folgende aktualisiert: 90/44/EEC.

Produktbeschreibung
Damit Sie mal ein Verständnis dafür bekommen, in welchem Verhältnis Inhaltsstoffe die auf der Verpackung beworben werden, zu den tatsächlichen Mengen stehen können, möchten wir Ihnen hierzu mal ein paar Beispiele nennen: 

Mit Rindfleischgeschmack: es muss mehr als 0 % aber weniger als 4 % der genannten Geschmacksrichtung enthalten sein

Enthält Kaninchen: mindestens 4 % der genannten Spezies muss enthalten sein 

Mit extra Huhn: Mindestens 14 % der genannten Spezies muss enthalten sein 

Rindfleischmenü: Mindestens 26 % der genannten Spezies muss enthalten sein  

Aber, und jetzt kommt die Ernüchterung, diese Angaben unterliegen keinen gesetzlichen Bestimmungen. Es sind Vorschläge die die FEDIAF herausgegeben hat. Mit anderen Worten, kein Hersteller in Deutschland muss sich daran halten und kann sogar noch weniger in der Futtermittelrezeptur verwenden.

Es darf nichts auf dem Etikett stehen, was für uns als Verbraucher irreführend sein könnte. Erstaunlich ist aber folgender Aspekt: Auf dem Etikett darf nicht vermerkt werden ob es sich um ein spezielles Produkt handelt, wenn andere Produkte (anderer Hersteller) mit den gleichen Eigenschaften aufwarten können. Da muss man schon zweimal hinschauen und genauestens zwischen den Zeilen lesen. Wenn ich also als Hersteller von Hundefutter besonders gute Dinge verwende, dann darf ich darauf nicht explizit hinweisen. Das ist wohl der Grund dafür, dass sie kein Hundefutter finden werden, auf dessen Etikett sie Marketingangaben über wirklich gute Inhaltsstoffe finden.

Diese Aspekte spielen natürlich gerade den Hundefutterherstellern in die Hände, die keine guten Inhaltsstoffe verwenden. Und für uns Verbraucher sieht es mal wieder so aus, dass die Großen und Mächtigen geschützt werden.

Es erscheint ein wenig außergewöhnlich, aber in Deutschland ist es den Herstellern nicht gestattet, den Energiegehalt des Futtermittels auf die Verpackung zu schreiben. Das darf er nur dann, wenn es sich um ein Futter handelt, welches kranke Hunde bekommen müssen.

Des Weiteren muss für den Verbraucher erkennbar sein, ob es sich um ein Alleinfuttermittel oder um ein Ergänzungsfuttermittel handelt und es muss vermerkt sein, für welche Lebensphase es geeignet ist. Also zum Beispiel für Erwachsene, für diejenigen die sich im Wachstum befinden oder aber auch einfach nur ob es für alle Lebensphasen geeignet ist.

Die Deklaration der Inhaltsstoffe
In Deutschland müssen Hundefutterhersteller über die sogenannte Standardanalyse prozentuale Angaben zu folgenden Inhaltsstoffen machen: Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche und die Feuchtigkeit. Eigentlich sind diese Angaben gedacht, um uns Verbrauchern einen besseren Einblick in die verwendeten Rohmaterialien zu geben. In Wahrheit aber bietet diese Angabenregelung viel Spielraum für die Hersteller. Nur um Ihnen hierzu mal ein kleines Beispiel zu nennen, ohne Sie schockieren zu wollen: Sie können auch Sägespäne und alte Lederschuhsohlen mixen und bekommen dann einen Brei, der auch einen Rohproteinanteil enthält.

Angaben zu den Nährstoffen in einem Hundefutter, wie zum Beispiel Kalium, Kalzium, Magnesium, Natrium und Phosphor, sind in Deutschland freiwillig. 

Des Weiteren muss jeder Hersteller Angaben über die Zusammensetzung seines Futters machen. Hierbei dürfen die Hersteller zwischen zwei Veröffentlichungsmöglichkeiten auswählen. Die erste Möglichkeit besteht darin, alle einzelnen Bestandteile einzeln aufzulisten. Dabei müssen die Materialien in absteigender Reihenfolge ihrer jeweiligen Gewichtsanteile aufgelistet werden. Die zweite Möglichkeit, und die mit 99,9 Prozent am meisten benutzte (die Angabe 99,9 ist natürlich geschätzt), besteht darin, die Bestandteile in Futtermittelgruppen zu veröffentlichen. Das haben sie bestimmt schon längst mehrfach gelesen. Denn bei der Nutzung dieser Möglichkeit finden Sie auf der Verpackung Angaben über zum Beispiel: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Fisch und Fische Nebenerzeugnisse, pflanzliche Nebenerzeugnisse, usw.. Auch bei dieser Möglichkeit müssen die Angaben in absteigender Reihenfolge genannt werden. Also muss auf Platz Eins der Bestandteil stehen, von dem am meisten enthalten ist.

Man nennt diese beiden Verfahren auch „offene Deklaration“ und „geschlossene Deklaration“. Für eine von beiden muss sich der Hersteller entscheiden. Ein Mix zwischen beiden ist verboten. 

Das war es zunächst über Teil 1 unserer neuen Reportage! Und deshalb wünscht Ihnen die Familie Barich mal wieder

Fröhliche vier Tatzen

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Weitere Links:
AAFCO
NRC
FEDIAF

IVH

P.S.: Wenn Ihnen dieser Beitrag oder unser ganzer Blog gefallen hat, dann haben wir eine kleine Bitte an Sie. Überlegen Sie doch bitte einmal, ob Sie Bekannten von uns berichten können. Per Mail oder in einem Forum. Das würde uns sehr freuen und auch sehr in unserer Arbeit bestätigen. Wir freuen uns auch über jeden Link zu Pets-Doc-Blog.de - Vielen Dank - Ihre Tierarztpraxis Barich

Foto: Martina Taylor / fotolia.com 

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